Der britische Erfinder und Selfmade-Milliardär James Dyson war schon für manche Tech-Überraschung gut. Deshalb wurde die Meldung, er entwickle ein Elektroauto, auch weltweit sehr beachtet. Dysons Konzern kündigte vor zwei Jahren an, dafür 116 Millionen Pfund – also rund 150 Millionen Franken –– investieren zu wollen und das E-Gefährt bis 2020 auf den Markt zu bringen. Dann kamen auch erste Design-Skizzen in Umlauf, die einen E-SUV versprachen. Letztes Jahr meldete das Unternehmen, man plane fürs Dyson-Elektroauto ein Werk in Singapur.

Das ist jetzt abgeblasen. Wie einer Mitteilung an die Mitarbeiter zu entnehmen ist, wird das Projekt beendet. Das «Automotive Team» von Dyson habe zwar «a fantastic car» entwickelt – doch der Verwaltungsrat sehe schlicht keinen Weg, es kommerziell tragfähig zu machen: «We simply cannot make it commerciably viable».

Viel Investment, viel Gewinn

Wo das Management die entscheidenden Knackpunkte in den Business-Plänen sah, präzisierte Dyson nicht weiter. Rund 600 Mitarbeiter hatten bei Dyson Automotive gearbeitet. Nun will der Konzern auch einen Teil der Erkenntnisse weiterverwerten und die fürs E-Auto getätigten Entwicklungen – etwa in Akkutechnologie oder Sensorik – sonst zu nutzen versuchen. Dyson bleibe dabei, so das Memo weiter: Man werde ein 2,5-Milliarden-Pfund-Entwicklungsprogramm für neue Technologien durchziehen.

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Dyson wurde bekannt durch technologisch und ästhetisch originelle Staubsauger, Föhne sowie durch andere Haushaltsgeräte. Der Konzern erzielte im letzten Geschäftsjahr einen Umsatz von 4,4 Milliarden Pfund (also rund 5,7 Milliarden Franken) und war dabei sehr profitabel: Der Reingewinn belief sich auf 1,1 Milliarden Pfund.

(rap)