Ob die Sieben im Bundesrat künftig besser kooperieren, ist nicht sicher. Gesichert aber ist, dass dies bei 26’000 Bundesangestellten der Fall sein wird. Für sie gibt es endlich eine gemeinsame Digitalplattform, die alle sieben Departemente digital verknüpft. Damit haben sie alle, die sie aus unterschiedlichen Ämtern und Departementen stammen, Zugriff auf Dokumente, welche sie – falls zugelassen – bearbeiten und weiterreichen können. 

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Genova, so der Name, ist Kern der Digitalisierung der Bundesverwaltung; federführend beim grösste IT-Projekt der Bundesverwaltung war Bundeskanzler Walter Thurnherr, studierter Physiker und sehr digitalaffin.

Es ging, wie bei einem Grossprojekt üblich, nicht ohne Rückschläge. Es kam zu Verzögerungen, zu Auftragsverlängerungen – und dann gab es noch die Klage eines Softwareherstellers aus Österreich, wobei der Bund schliesslich obsiegte. Heute aber kann Thurnherr triumphieren.

Medienbruchfrei

Bei Genova, dieser elektronischen Geschäftsverwaltung des Bundes, sind höchste Sicherheitsstandards, ausgeklügelte Prozesse und Zugriffsbewilligungen gefragt. Daten und Dokumente werden zentral gespeichert, vertrauliche Dokumente automatisch verschlüsselt. Konkret: Ein Schreiben an eine Behörde wird gescannt und wandert bis ins Archiv medienbruchfrei und überdepartemental. 

Was bei all der Komplexität erstaunlich ist: Die von den Räten freigegebenen Verpflichtungskredite von 67 Millionen Franken wurden nicht voll beansprucht, nur deren 60 Millionen. Die in der Botschaft ans Parlament erwarteten Gesamtkosten von 142 Millionen wurden nicht überschritten. Und die Bundesverwaltung wird, rechnen die Experten und Expertinnen vor, über zehn Jahre Kosteneinsparungen von über 180 Millionen schaffen.

Das nehmen die Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern gerne zur Kenntnis; auch dass die jährlichen Kosten pro Arbeitsplatz beim Bund von 1270 auf 860 Franken sinken werden. Wird weiteres Personal an die Genova-Geschäftsplattform angeschlossen, dürften die Kosten weiter südwärts wandern.