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Actelion-Ableger Idorsia mit 71 Millionen Verlust

Idorsia: Sitz in Allschwil. Keystone

Jean-Paul Clozel legt die erste Bilanz über den Geschäftsgang bei Idorsia vor. Der Actelion-Ableger macht einen Verlust von 71 Millionen Franken. Die Reserven reichen aber noch lange.

Veröffentlicht am 24.10.2017

Das Pharmaunternehmen Idorsia hat in seinem ersten selbständigen Quartal seit der Abspaltung von Actelion einen Verlust von 71 Millionen Franken verbucht. Mangels marktreifer Produkte liegt noch kein Umsatz vor. Für das ganze Jahr wird ein Betriebsaufwand von gegen 170 Millionen erwartet.

Idorsia mit Sitz in Allschwil BL war am 15. Juni 2017 gleichzeitig zur Übernahme von Actelion durch Johnson & Johnson selbständig operativ geworden. Idorsia umfasst die Forschungsabteilung der alten Actelion samt Pipeline, die Actelion-Gründer und Idorsia-CEO Jean-Paul Clozel unter seinem neuen Dach zur Marktreife entwickeln will.

Kein Geld aus Verkäufen

Die Abspaltungs-Transaktion sei «ausserordentlich erfolgreich», lässt sich Clozel in einem Communiqué vom Dienstag zitieren. Nach US-GAAP-Rechnungslegung beläuft sich der Betriebsverlust im dritten Quartal auf 68 Millionen Franken, der Nettoverlust auf 71 Millionen. Kumuliert seit 15. Juni sind es 79 respektive 82 Millionen Franken.

Idorsia als Forschungs-Boutique hat erst Wirkstoffe in den Entwicklungsphasen zwei und eins, aber noch keines in der letzten klinischen Phase drei. Laut Clozel sei dies «demnächst» so weit. Entsprechend hat Idorsia bisher kein Geld aus Verkäufen eingenommen und lebt von den Reserven, bis ein Produkt die Zulassung erhält.

Knappe Milliarde Reserven

Zum Medikament Aprocitentan zur Behandlung von resistenter Hypertonie (Bluthochdruck), dem potenzielles Blockbusterpotenzial zugeschrieben wird, erwartet Clozel einen Entscheid von J&J über eine Einlizenzierung noch dieses Jahr. In diesem Fall würde eine Meilensteinzahlung an Idorsia über 230 Millionen US-Dollar fällig.

Als Liquidität weist Idorsia per 30. September insgesamt 952 Millionen aus, hat also seit dem Start in gut einem Quartal 55 Millionen verbrannt. Die Verschuldung wird per 30. September auf 363 Millionen beziffert, alles in Form einer Wandelanleihe. Das Unternehmen beschäftigt laut Homepage gut 600 Personen.

Kosten tiefer als erwartet

Der Forschungsaufwand habe 57 Millionen betragen, was nun die reale Kostenbasis genauer abschätzen lasse. Für das Finanzjahr 2017 rechnet Finanzchef André Muller gemäss Communiqué mit einem Betriebsaufwand von 160 bis 170 Millionen (nach Non-US-GAAP) – also rund 20 Millionen weniger als Anfang August erwartet worden war.

Jean-Paul Clozel und seine Frau Martine sind Hauptaktionäre von Idorsia mit einem Aktienanteil auf 25,95 Prozent. Das Ehepaar hatte die Roche-Abspaltung Actelion innerhalb von 20 Jahren aufgebaut. Im Januar verkaufte sie das Unternehmen für 30 Milliarden Dollar an den US-Konzern Johnson & Johnson; mit einem Teil der Forschungspipeline gründeten sie Idorsia. Johnson & Johnson hält 9,9 Prozent an Idorsia.

(sda/ise/gku)

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