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Bezahldienst
Alipay wird für Europäer nutzbar

SHANGHAI, CHINA - JUNE 04:  (CHINA OUT) Jack Ma, founder and Executive Chairman of Alibaba Group, speaks during the signing ceremony between
Jack Ma: Der Alibaba-Chef gründete 2004 den Bezahldienst Alipay.Quelle: 2014

Alipay hat in Luxemburg eine Lizenz für elektronisches Geld erhalten. Künftig sollen Europäer den chinesischen Bezahldienst nutzen können.

Von Bastian Heiniger
am 22.01.2019

Mit Alibabas Bezahldienst Alipay in der Schweiz seine Rechnungen zu begleichen, ist bisher den Chinesen vorbehalten. Erforderlich sind ein Bankkonto in China und ein chinesischer Pass. Das dürfte sich bald ändern. Denn Alipay hat nun in Luxemburg eine Fintech-Lizenz erhalten.  

Der Konzern aus Hangzhou kann somit seinen Bezahldienst künftig auch europäischen Konsumenten anbieten. Verkündet hat die Lizenzvergabe vergangene Woche Luxemburgs Finanzminister Pierre Gramegna während eines Besuchs in Hongkong: «Die Präsenz von Alipay ist eine willkommene Ergänzung des luxemburgischen Finanzökosystems und wird die Position als führende europäische Drehscheibe für Fintech und E-Commerce weiter stärken», sagte er, wie die halbstaatliche Standortentwicklung «Luxemburg for Finance» mitteilte.

Konkurrenz für Banken

Nachdem vor wenigen Wochen bekannt wurde, dass Google in Litauen eine Lizenz für elektronisches Geld erhielt, drängt nun ein weiterer Player mit immenser Schlagkraft auf den europäischen Markt für Finanzdienstleistungen. Mit mehr als 700 Millionen aktiven Nutzern ist Alipay der weltweit grösste mobile Bezahldienst – Apple Pay etwa kommt Schätzungen zufolge auf 250 Millionen.

Alipay jedenfalls wird ein ernsthafter Konkurrent für hiesige Banken. Der Bezahldienst profitiert nämlich von der seit Januar 2018 in Kraft getretenen zweiten EU-Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2). Sie ermöglicht Unternehmen mit einer E-Geld-Lizenz, auf Bankkonten zuzugreifen und dort im Auftrag ihrer Kunden Überweisungen auszuführen. Partnerschaften mit einer Bank oder eines Kreditkartenanbieters sind damit nicht mehr nötig.

Das alles kann Alipay

Welche Finanzdienstleistungen Alibaba in Europa konkret anbieten wird, ist unklar. In China wird die App jedoch längst nicht nur zum Bezahlen genutzt. Vielmehr ist sie ein Ökosystem, was ihre Popularität erklärt. Mit der App lassen sich etwa Kredite aufnehmen, Tische im Restaurant reservieren, Taxis bestellen oder öffentliche Verkehrsmittel buchen. Nutzer bekommen zudem direkt Bewertungen, Vorschläge und Informationen zu Angeboten in ihrer Nähe.  

In der Schweiz können Chinesen seit Ende 2016 mit Alipay bezahlen. Möglich gemacht hat es eine Kooperation mit dem Schweizer Zahlungsabwickler SIX. Der Dienst zielt bisher auf chinesische Touristen, die pro Reise durchschnittlich 2500 US-Dollar ausgeben.

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