Am Mittwoch wird Ständeratspräsident Filippo Lombardi nach Moskau reisen. Dort soll er Valentina Iwanowna Matwijenko, Vorsitzende des russischen Föderationsrates treffen. «Es ist ein Besuch auf höchster Ebene», bestätigt Claudio Fischer, Chef Internationale Beziehungen der Parlamentsdienste, gegenüber «Schweiz am Sonntag».

Der Föderationsrat gilt in Russland als Pendant zum Ständerat. Matwijwenko hält das dritthöchste Staatsamt in Russland inne. Am Donnerstagabend werde Lombardi dann nach Sotschi weiterfliegen. Dort soll es zu einem Benefit-Spiel zwischen russischen Alt-Eishockey-Stars und Veteranen des HC Ambri-Piotta, dessen Verwaltungsratspräsident Lombardi ist, kommen. 

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Nicht klar ist, in welcher Funktion Lombardi nach Sotschi reist. Dazu gibt es widersprüchliche Aussagen. Er reise «privat», betont Fischer gegenüber der «Schweiz am Sonntag». Begleitet werde Lombardi zwar von Pierre Helg, dem Schweizer Botschafter in Moskau. «Von einer Delegation kann aber nicht die Rede sein.»

Einen anderen Eindruck vermittelt eine Medienmitteilung des Donatoren-Clubs von Ambri. «Das Team wird von einer offiziellen Delegation des Schweizer Botschafters und dem Ständeratspräsidenten Filippo Lombardi begleitet», heisst es dort.

Das Aussenministerium (EDA) bestätigt dies gegenüber der «Schweiz am Sonntag» zumindest für Helg: «Botschafter Helg wird als offizieller Vertreter der Schweiz in Russland den Ständeratspräsidenten Lombardi nach Sotschi begleiten.»

Lombardi in Sotschi Ambri-Präsident

Und was sagt Lombardi selbst? «In den 48 Stunden in Sotschi bin ich Ambri-Präsident.» Gut möglich sei, dass Lombardi in Sotschi Wladimir Putin treffen wird. Der russische Staatspräsident soll ebenfalls kommen, «könnte sogar mitspielen», sagt Claudio Fischer.

Putin sei Teil einer Veteranen-Mannschaft. Zudem sei Alexander Jakuschew, 1994 bis 1996 bei Ambri erster russischer Trainer in der Schweiz, Putins persönlicher Hockeytrainer. Hauptziel Lombardis sei es, in Sotschi Investoren zu finden.

Nicht für die unmittelbare Tilgung der 1,2 Millionen Schulden. Sondern als «Zukunftspolitik». «Ambri ist auch in Russland ein Begriff», sagt er zur «Schweiz am Sonntag». Es gehe nun darum, die weltweite Besonderheit Ambris so zu nutzen, «dass wir die nötigen finanziellen Mittel beschaffen können».

(muv)