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Bauausrüster
Arbonia steigert sich nach Umbau

Alexander von Witzleben
Alexander von Witzleben: Der Arbonia-Chef kann sich freuen.Quelle: Keystone

Der Ostschweizer Bauausrüster Arbonia sieht sich strategisch und finanziell wieder solide aufgestellt. 2017 gab es mehr Umsatz und Gewinn.

Veröffentlicht am 27.02.2018

Nach einem ereignisreichen Geschäftsjahr 2017 mit einem Konzernumbau sieht sich der Ostschweizer Bauausrüster Arbonia strategisch und finanziell wieder solide aufgestellt. Umsatz, Betriebs- und Konzerngewinn wurden deutlich gesteigert.

Das Geschäftsjahr sei geprägt gewesen von steigenden Rohstoffpreisen, Produktionsverlagerungen und der Integration des Türengeschäfts von Looser und der Koralle Gruppe, teilte Arbonia am Dienstag mit.

Verschiedene Devestitionen

Ausserdem trennte sich der Konzern im Jahresverlauf von der Condecta Gruppe und der Forster Profilsysteme. Dank verschiedener Devestitionen konnte die Verschuldung per Ende Dezember von 225,1 Millionen auf 43,3 Millionen Franken reduziert werden. Den Aktionären, die 2017 erneut keine Dividende erhalten, wird für 2018 eine Dividende in Aussicht gestellt.

Die diversen Veränderungen im Unternehmen führen dazu, dass die Ergebnisse 2017 jeweils inklusive aufgegebene Geschäftsbereiche, aus fortgeführten Geschäftsbereichen und mit oder ohne Einmaleffekte dargestellt werden.

Starker Gewinnzuwachs

Der Konzerngewinn inklusive der aufgegebenen Geschäftsbereiche stieg 2017 auf 46,4 Millionen nach 7,6 Millionen Franken im Vorjahr. Der Nettogewinn aus fortzuführenden Geschäftsbereichen belief sich auf 37,6 Millionen Franken. Im Vorjahr hatte dieser noch 5,4 Millionen Franken betragen.

Auf operativer Ebene wurde das Ergebnis (EBITDA) aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen gegenüber dem adjustierten pro forma Vorjahreswert um 84 Prozent auf 120,3 Millionen Franken gesteigert. Ohne Einmaleffekte belief sich der Wert auf 101,3 Millionen Franken.

Plus beim Umsatz

Bereits im Januar hatte Arbonia den Konzernumsatz bekannt gegeben. Er stieg inklusive der aufgegebenen Geschäftsbereiche um rund 39 Prozent auf 1,38 Milliarden Franken. Im fortzuführenden Geschäft resultierte ein Plus von 36 Prozent auf 1,25 Milliarden Franken. Währungs- und akquisitionsbereinigt betrug das Wachstum 1,5 Prozent.

Das Geschäft der umsatzstärksten Division Gebäudetechnik war laut Mitteilung geprägt von starken Preissteigerungen beim Rohmaterial und einer weiterhin guten Konjunktur in den Hauptmärkten. 2017 wurde die Koralle Gruppe erstmals ganzjährig konsolidiert. Limitierte Installateurkapazitäten begrenzten immer noch die Wachstumsmöglichkeiten und bei den Rohmaterialpreisen zeige sich keine Entspannung, schreibt Arbonia.

Der Umsatz der Division erhöhte sich um 14 Prozent auf 555 Millionen Franken. Bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte ergibt sich ein Umsatzwachstum von 4,1 Prozent. Das Betriebsergebnis EBITDA ohne Sondereffekte stieg von 57,9 Millionen auf 62,5 Millionen Franken.

Türengruppe soll wachsen

Noch stärker als bisher will die Arbonia Türengruppe künftig wachsen. Jährlich würden aus Deutschland in die Schweiz Innentüren im Wert von rund 70 Millionen Franken importiert; an diesem Wachstum wolle man stärker partizipieren, heisst es in der Mitteilung.

2017 stieg der Umsatz der Division Türen auf 416,5 Millionen Franken. Währungs- und akquisitionsbereinigt bedeutet dies ein Zuwachs um 4,8 Prozent. Das Betriebsergebnis EBITDA ohne Sondereffekte erhöhte sich von 6,8 Millionen auf 44,2 Millionen Franken.

In der kleinsten Division Fenster sind laut Arbonia Voraussetzungen geschaffen worden, um mittelfristig im umkämpften europäischen Fenstermarkt deutliche Marktanteile zu gewinnen und eine überdurchschnittliche Profitabilität erzielen zu können.

Der Umsatz stagnierte 2017 bei 350,9 Millionen Franken. Das Betriebsergebnis EBITDA ohne Sondereffekte verbesserte sich hingegen deutlich von 7,6 Millionen auf 13,3 Millionen Franken.

3 Prozent Wachstum für 2018 erwartet

Für das Geschäftsjahr 2018 rechnet das Unternehmen mit einem organischen Wachstum von rund 3 Prozent. Zusätzlich wird ein EBITDA von über 110 Millionen Franken erwartet. Das bedeute absolut eine Steigerung von rund 10 Millionen Franken gegenüber dem Geschäftsjahr 2017 in den fortzuführenden Bereichen ohne Einmaleffekte.

2019 will Arbonia organisch um 3 bis 5 Prozent wachsen und ein EBITDA von über 125 Millionen Franken erzielen. Für das Geschäftsjahr 2018 soll erstmals wieder eine Dividende ausgeschüttet werden.

Im frühen Handel verloren die Aktien von Arbonia 2,4 Prozent. Der Gesamtmarkt (SPI) stand derweil um 0,09 Prozent höher.

(sda/gku)

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