Obama oder McCain: Längst bestimmt die Präsidentschaftswahl in den USA die Schlagzeilen der Presse in aller Welt. In den vergangenen Monaten berichteten die Medien jedoch auch von der US-Immobilienkrise und den Anzeichen einer drohenden Rezession – und sorgten damit bei Investoren für Vorbehalte in Bezug auf die Entwicklung der US-Wirtschaft.

Die US-Wirtschaft hat sich im bisherigen Jahresverlauf in der Tat verschlechtert. Doch dank der Reaktionsgeschwindigkeit der US-Notenbank wurde inzwischen ein Grossteil der Bad News vom Markt eingepreist. Die Gewinnschätzungen könnten zwar kurzfristig verstärkt unter Druck geraten, die Bewertungen vieler Aktien sind aber attraktiv. Erfahrenen Stock Picker dürften sich im Verlauf des Jahres viele Gelegenheiten bieten, attraktive Titel ausfindig zu machen. Zuversichtlich stimmt, dass die Prognosen für die amerikanische Wirtschaft tendentiell besser geworden sind, und trotz zurückhaltendem Konsumverhalten in den USA die US-Konzerne ihre Investitionsvorhaben nicht zurückschrauben. Für Marktbeobachter ein untrügliches Zeichen, dass eine allzu grosse Skepsis gegenüber der US-Wirtschaft nicht berechtigt ist.

Die meisten Analysten legen ihren Schwerpunkt auf die Mega-Unternehmen, im US-Börsenbarometer Dow Jones. Zum Aufspüren von Investments im amerikanischen Markt ist es aber ratsam, Nischen unter die Lupe zu nehmen. Seit fast 20 Jahren beobachten und analysieren wir den US-Markt. Wir schauen nach Unternehmen, die von der Investmentbranche kaum beachtet werden und den Markt überraschen können.

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Mauerblümchen

Gerade im Mid-Cap-Bereich finden sich exzellente Investmentmöglichkeiten. In diesem Segment bietet sich eine grosse Auswahl an interessanten Unternehmen, die im Schnitt von deutlich weniger Analysten verfolgt werden als bei den Large und Mega Caps, also den Firmen mit hohen und sehr hohen Kapitalisierungen. Mega-Konzerne mit einem Börsenwert von über 100 Mrd Fr. werden im Schnitt von fast 25 Analysten beobachtet, während kleinere und mittlere Unternehmen viel weniger Beachtung finden (siehe Grafik). Stock Picker finden hier momentan ein fruchtbares Umfeld.

Eine lukrative Nische bilden zum Beispiel die neuen Energien, eine boomende Branche, die erst am Anfang ihrer Entwicklung steht und enormes Investitionspotenzial hat. Dass die USA in wenigen Jahrzehnten von Ölimporten unabhängig sein könnten, ist – zumindest wenn es nach den Energieforschern Ken Zweibel, James Mason und Vasilis Fthenakis geht – keine reine Utopie. Die Forscher legen in ihrem «Solar Grand Plan» dar, dass die Vereinigten Staaten auf der Basis von Sonnenenergie bis 2050 rund 70% der Elektrizität und 35% des Gesamtenergiebedarfs decken könnten. Solarenergie bietet laut den Experten ein immenses Potenzial: Durch Sonnenstrahlen gelangt binnen 40 Minuten so viel Energie auf unseren Planeten, wie wir derzeit weltweit während eines ganzen Jahres verbrauchen. Die Forscher schlagen in ihrem Plan daher vor, im Südwesten der Vereinigten Staaten Solarkraftwerke etwa in Form von Photovoltaikfarmen auf bisher ungenutztem Ödland zu errichten. Rund 400 Mrd Dollar müsste die Regierung in den nächsten vier Jahrzehnten in das Projekt investieren.

Infrastruktur als Chance

Im Bereich der Infrastruktur bieten sich ebenfalls interessante Möglichkeiten. Zwar sind die Vereinigten Staaten und Kanada voll entwickelte Industrienationen. Aber der Brückeneinsturz in Minneapolis am 1. August vergangenen Jahres hat ganz deutlich gezeigt: Ein Grossteil der amerikanischen Infrastruktur ist marode und muss saniert werden. Der US-amerikanische Strassenbau etwa hat sich unter anderem infolge des 2005 verabschiedeten «Transportation Equity Act – Legacy for Users» belebt. Das Gesetz regelt, in welchem Umfang die einzelnen Bundesstaaten aus Washington Subventionen für den Ausbau ihrer Transportinfrastruktur erhalten. Im Zeitraum 2005 bis 2009 ist die Vergabe von Fördermitteln in Höhe von gut 286 Mrd Dollar vorgesehen, davon entfallen rund 236 Mrd Dollar auf den Strassen- und Brückenbau. Die Infrastrukturbranche ist aus diesen Gründen auch für den Anleger interessant. Wir schätzen nicht nur die Entwicklung für die genannten Branchen, sondern auch für den gesamten amerikanischen Markt eher positiv ein. Die bevor- stehende Präsidentenwahl gibt dem Markt als Ganzes neue Impulse.

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Erfahrene Stock Picker

Anleger, die von den Entwicklungen im nordamerikanischen Markt profitieren wollen, sind im momentan schwierigen Umfeld besonders gut beraten mit einem Fonds, dessen Manager erfahrene Stock Picker sind, die sich nicht am breiten Markt orientieren. Gerade in ziellosen oder sogar schwachen Märkten lohnt sich ein Fokus auf besonders attraktive Titel. Zurzeit ist eine detaillierte Analyse der Chancen und Risiken der einzelnen Unternehmen entscheidend, bevor investiert wird. Ein wichtiges Augenmerk gilt qualitativen Analysen, die durch regelmässige Besuche des Fondsmanagements vor Ort unterstützt werden. So kann es durchaus gelingen, auch in schwierigen Börsensituationen eine überdurchschnittliche Performance zu erzielen.