Die UBS hat zu ihrem 150-jährigen Jubiläum allen ihren weltweit rund 64'000 Beschäftigten eine spezielle Swatch-Uhr geschenkt, wie die «Handelszeitung» erfuhr. Auf dem Armband des Zeitmessers aus der Kollektion «Chrono» steht die Zahl 150. Damit greift die Grossbank ausgerechnet zu einem Präsent von einem Konzern, mit dem sie im Streit liegt.

Denn die Swatch Group hat gegen die UBS und gegen Unbekannt Strafanzeige wegen Verletzung des Bankgeheimnisses eingereicht, wie im Mai bekannt wurde. Die Anzeige steht im Zusammenhang mit einer Klage aus dem März 2011: Die Swatch Group fordert von der UBS 30 Millionen Franken, welche ihr durch sogenannte Absolute-Return-Anlagen verlorengegangen seien. Der Uhrenkonzern behauptet, die UBS habe ihn schlecht beraten. Die Bank nahm damals keine Stellung.

Anders in Sachen Uhrenkauf: UBS-Sprecherin Tatiana Togni bestätigte der «Handelszeitung» die Bestellung bei Swatch, fügte allerdings hinzu: «Es besteht kein Zusammenhang zwischen den Rechtsstreitigkeiten mit der Swatch-Gruppe und dem Präsent für unsere Mitarbeiter.» Die Wahl der Bank sei auf Swatch gefallen, weil es sich um ein Schweizer Unternehmen handle, das für Qualität und Innovation stehe.

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Zu den Kosten wollte die UBS sich nicht äussern - die Bank dürfte für die Uhren jedoch einen niedrigen bis mittleren einstelligen Millionenbetrag gezahlt haben.

Und es gibt neben Swatch einen weiteren Nutzniesser der Aktion. Die Mitarbeitenden der UBS bekamen die Uhren nämlich nicht an ihren Arbeitsplätzen überreicht - die Präsente wurden weltweit durch ein Postunternehmen nach Hause zugestellt.

Korrektur: In diesem Artikel war zuerst von 80'000 UBS-Mitarbeitenden und Uhren die Rede. Es handelt sich jedoch um rund 64'000. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

(tno/vst)