An der Ausstrahlung und an der Qualität liegt es nicht, schliesslich stehen sechs vorbildlich gepflegte 18-Loch-Meisterschaftsplätze, drei 9-Loch-Plätze, ein 6-Loch-Kindergolfplatz und eine 6-Loch-Übungsanlage auf der Angebotsliste. Dazu auf der Fläche von 952 Fussballfeldern oder 4,76 Mio m2 Natur pur ein Golfodrom mit 210 Abschlagplätzen und eine Golfakademie mit 36 Pros; ebenso gehören je zwei Fünf- sowie Viersternehotels und zwei urige Gutshöfe zur Infrastruktur. Trotz dieser Superlativen kam aber das von Initiant Alois Hartl seit 1970 mit Gesamtinvestitionen von 350 Mio Euro realisierte grösste Golfzentrum Europas in den letzten Jahren nicht mehr so richtig vom Fleck. Von den Gästen erhält das Resort beste Noten, weniger hingegen von den Banken: 290000 Übernachtungen werden verbucht, 111000 Golfrunden jährlich gespielt, die Anlagen sind gut genutzt, aber nicht ausgelastet, geschweige denn überlastet. Die Bankschulden sind zum Klotz am Bein geworden, zusätzliche Eigenmittel notwendig (siehe auch «HandelsZeitung» Nr. 30 vom 27.7.2005). Der Umsatz pendelt zwischen 35 und 38 Mio Euro.

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Cleven ist vom Potenzial der Anlagen überzeugt

In diesen Tagen werden die letzten Modalitäten verhandelt, bis Ende August sollen die Verträge unterzeichnet sein. Mitbeteiligt am Resort 140 km nordöstlich von München, nahe Passau, ist als Financier inskünftig Hans-Dieter Cleven. Der Millionär und Wahlschweizer mit Wohnsitz im Kanton Zug, langjähriger Weggefährte von Metro-Eigentümer Otto Beisheim, nennt die Höhe seines Engagements nicht, glaubt aber an das Potenzial der Anlagen. Die Restrukturierung sei notwendig, zu spüren bekämen die Gäste die Folgen aber nicht, heisst es aus Griesbach.

Die Golf- und Thermalbadstation strahlt schon lange in die Schweiz aus. Hinter den Deutschen folgen in der Gästestatistik die Schweizer auf Platz 2. Zudem hat das Resort mit Fredy Mächler einen exzellenten Statthalter in der Schweiz. Der grösste Trumpf aber ist das Angebot: Das Konzept mit Wellness und Golf bietet Möglichkeiten vom Kurzaufenthalt bis zum mehrwöchigen Kururlaub, jeweils alles in Verbindung mit Golf.


Kinder und Golf: «Betreten für Erwachsene verboten»

Spass haben, spielerisch Golf lernen und richtig gut trainieren mit dem Nachwuchskonzept leistet die Golfakademie des Hartl Golf Resort in Bad Griesbach in Ostbayern vorbildliche Nachwuchsarbeit. Denn Golf, attraktiv und alterskonform vermittelt, zieht auch Kids jeglichen Alters in seinen Bann. In gewissem Sinn hat sieht man ab von der direkten Umgebung das Angebot Ähnlichkeit mit den Kinderlektionen der Schweizer Skischulen.

Die Kurse sind allerdings weit mehr als nur Animation. Auch wenn der Spass nicht zu kurz kommt, ja zwingend nicht zu kurz kommen darf, wird gezielt trainiert. Dazu gehören sowohl das Schulen der Koordination und der Feinmotorik wie auch das Kräftigen der Muskulatur. Ganz wichtig ist zudem die richtige Schwungtechnik. In einer kleinen Gruppe sind die jungen Golfer üblicherweise von 9 bis 15 Uhr mit dem Pro zusammen. Die Betreuung und das Unterrichtsprogramm werden auf das jeweilige Alter und die Spielstärke abgestimmt; bei Kindern in Anfängerkursen stehen hinführende, spielerische Unterrichtsformen im Mittelpunkt. Bei Junioren gehts dann bereits Richtung Verbesserung der Spielstärke (Handicap).

Dass Golf für Kinder ein idealer Sport ist, weiss der Chef der Akademie, Master-Pro Manfred Knauss. «Beim Training steigern die Kinder auch Kondition, Konzentration und Koordination.» Hinzu komme, dass die Jugendlichen lernen würden, mit Misserfolgen umzugehen. Damit habe das Golftraining einen pädagogischen Aspekt.

In Bad Griesbach heisst es «Betreten für Erwachsene auf eigene Gefahr». Die Tafel steht auf dem Chervò-Junior-Golf-Kurs direkt neben dem von Bernhard Langer gestalteten 18-Loch-Platz Brunnwies. Spielen mit Spass bedeutet, dass auf sechs Par-3-Spielbahnen der Ball in Badewannen eingelocht oder zwischen Comicfiguren hindurch gespielt werden muss. (mk)