De Winter begrüsst seine Gäste wie immer – freundlich, jovial. Doch der Chef der Baloise wirkt anderes. Er hat stark abgenommen. Als Folge der schweren Operation an der Speiseröhre und der Chemo-Therapie. Ende 2021 hatte er die Krebs-Diagnose erhalten. Kurz vor Weihnachten. Seit August ist er wieder zurück an der Arbeit. 

Herr De Winter, wie geht es Ihnen?
Ziemlich gut, muss ich sagen. Ich habe sechs Monate Behandlung hinter mir, mit sechs Chemo-Zyklen und einer grösseren Operation. Die Therapie endete im Juni, das heisst, man fühlt sich auch wieder etwas besser. Ich habe fast 20 Kilo verloren. Da fehlt noch immer einiges an Kraft und Energie. Und ich schlafe länger.

Was heisst länger bei einem Topmanager?
Sieben bis acht Stunden, ich gehe etwas früher ins Bett als sonst. Aber ich bin krebsfrei und die Prognose ist positiv.

Sie haben es hinter sich. Mit wie viel Überzeugung kann man das bei einem Speiseröhrenkrebs sagen?
Natürlich muss man da aufpassen, und ich werde regelmässig kontrolliert. Mein Onkologe und der Operateur waren beide zuversichtlich, aber man muss immer vorsichtig sein. Wenn man ein halbes Jahr in der Onkologie unterwegs ist, lernt man auch Menschen kennen mit schwierigeren Prognosen. Da wird man demütig. Ich hatte Glück im Unglück.

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Wie hatte sich der Krebs bei Ihnen bemerkbar gemacht?
Ich spürte, dass etwas nicht in Ordnung war, denn ich hatte ab und zu Probleme beim Schlucken. Solange man das einmal im Monat erlebt, denkt man sich nicht viel dabei. In den Herbstferien hatte ich das dann aber bei fast jedem Essen. Zurück in Basel ging ich zum Arzt.

War das früh genug?
Ich wartete zu lange. Das ist meine Empfehlung an alle: Wenn man etwas spürt, sollte man sich untersuchen lassen. Ich habe sicher ein halbes Jahr zu lange gewartet. Das hat die Behandlung komplizierter und die Operation grösser gemacht.

Ihre Chance stand bei 50 Prozent.
Das ist so bei Speiseröhrenkrebs.