Ein Einzelrichter in Madrid hat entschieden, dass der Banco Santander Andrea Orcel mit 68 Millionen Euro entschädigen muss. Der heutige Chef der italienischen Grossbank Unicredit war 2018 von den Spaniern angeworben worden: Im September 2018 wurde das Engagement von Orcel als Santander-CEO verkündet – doch bereits vor Amtsantritt ruderte der Verwaltungsrat zurück und bezeichnete im Januar 2019 die Ankündigung als nichtig. Der Grund: Orcels Gehalts- und Ablöseforderungen erschienen dem neuen Arbeitgeber überrissen.

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In der Folge entspann sich ein Rechtsstreit um die Frage, wie bindend die Abmachung zwischen Orcel und Santander-Präsidentin Ana Botín war.

Orcel verlangte ursprünglich eine Summe um 100 Millionen Euro als Entschädigung – mit dem Hauptargument, dass er wegen des Wechsels in grossem Stil künftige oder versprochene Vergütungen der UBS verloren hatte. Er amtierte zum fraglichen Zeitpunkt als Investmentbanking-Chef der Schweizer Grossbank.

Das Tribunal de Primera Instancia in Madrid kam nun zum Schluss, dass in der Tat ein rechtsgültiger Vertrag vorlag. Die zugesprochene Summe setzt sich zusammen aus 17 Millionen Euro an Antrittsprämien, 35 Millionen aus langfristigen Honorierungen, 5,8 Millionen für zwei Jahresgehälter sowie 10 Millionen Euro als Entschädigung für «moralische Schäden und Reputationseinbussen».

(rap)