Christoph Gloor macht Kasse. Der La-Roche-Notenstein-Banker macht sich zusammen mit seinen früheren Partnern an die Liquidierung der ehemaligen Basler Privatbank La Roche: Es steht eine Sonderdividende an.

2015 hatten sie ihre Bank für gut 60 Millionen Franken an die Raiffeisen-Tochter Notenstein verkauft. 

Auszahlung aus Reserven und Aktienkapital

45 Millionen Franken wurden nun aus der Laroba AG ausbezahlt, welche zuletzt als Rumpfbank für die nicht verkauften Geschäfte diente. Das geht aus Unterlagen hervor, die beim Handelsregister eingereicht wurden. 25 Millionen Franken stammen demnach aus Reserven, 20 Millionen aus einer Kapitalherabsetzung. Die Kapitalherabsetzung wurde Ende 2016 beschlossen, aber erst im vergangenen März durchgeführt.

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Die Laroba AG ist seit Sommer 2016 keine Bank mehr. «Sie hatte zu diesem Zeitpunkt keine Kunden mehr», sagt Gloor im Namen der Eigentümer. Man wolle sich daher nicht mehr öffentlich zur Gesellschaft äussern. Auch nicht dazu, was die Gesellschaft heute noch tut.

Rückstellungen über 54 Millionen Franken

Auch nach der Kapitalauszahlung verfügt die Laroba noch immer über eine Bilanzsumme von 91 Millionen Franken. Grösster Posten darin sind Rückstellungen über fast 54 Millionen Franken. Wozu diese dienen, will Gloor nicht sagen. Möglicherweise sind noch Rechtsfälle aus dem früheren Geschäft offen. La Roche & Cie. hatte als Basler Bank immer auch Kunden aus dem Ausland.

Ihre US-Vergangenheit besiegelten die Banker im Jahr 2015 mit einer Busse über neun Millionen Franken. Unklar ist, ob auch Verhandlungen mit Behörden in Deutschland oder Frankreich liefen oder noch laufen.

Christoph Gloor ist Miteigentümer, aber nicht Verwaltungsrat der Laroba AG. Er war Partner der früheren Bank La Roche. Bis 2015 amtete er als Präsident der Privatbanken-Vereinigung. Heute ist er Leiter Private Banking bei Notenstein La Roche.