Die Industriegruppe Accu Holding gerät finanziell noch stärker in Bedrängnis. Die Gruppe verkauft die gesamte Cieffe Gruppe an die Pearl Vintage Cars AG. Im Rahmen des Verkaufs muss Accu millionenschwere Abschreiber vornehmen. Das Eigenkapital der Gruppe schrumpft dadurch von 23,8 auf 5,7 Millionen Franken.

Für die Cieffe Gruppe bekommt Accu noch 550'000 Franken. Bei der Kaufpreisberechnung seien gewisse langfristige Verbindlichkeiten abgezogen worden, teilte die Gruppe am Freitag mit. Allerdings gibt es im Kaufvertrag eine Besserungsklausel, falls die vertraglich fixierten Schulden der Cieffe-Gruppe in einem bevorstehenden Nachlassverfahren mit den Gläubigern durch die Käuferin reduziert werden können.

Millionen gehen verloren

Insgesamt muss Accu im Zug des Verkaufs den per Ende 2015 ausgewiesenen Goodwill von 16,7 Millionen Franken vollumfänglich abschreiben. Im Einzelabschluss der Holding müssten zudem die Beteiligungen an der Cieffe Gruppe ebenfalls bereinigt werden, was zu einer Korrektur von minus 15,3 Millionen Franken führe, heisst es in der Mitteilung weiter. Dazu kommen weitere Wertberichtigungen von netto minus 2,8 Millionen Franken im Zusammenhang mit dem Konkurs der Tochter RCT.

Auch die Tochter Nexis Fibers A.S. geht nun in Nachlassstundung. Der Verwaltungsrat sowie das Management der Nexis Fibers seien zurzeit mit der Konkretisierung der weiteren Schritte beschäftigt, wobei die Geschäftstätigkeit der Nexis Gruppe durch den bewilligten Nachlass nicht beeinträchtigt worden sei, schreibt Accu.

Aktien können nicht gehandelt werden

Für Accu soll der Verwaltungsrat in den kommenden Wochen konkrete Restrukturierungs- und Sanierungspläne vorlegen. Die Handel der Accu-Aktien an der Schweizer Börse ist derzeit ausgesetzt. Seit dem 2. August wurde dieser vorläufig eingestellt, da bisher nur vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2015 vorliegen.

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Accu hatte für das Geschäftsjahr nachträglich noch Rückstellungen und Wertberichtigungen vornehmen müssen. Grund dafür waren die andauernden internen Untersuchungen wegen der Ermittlungen gegen den ehemaligen Chef und der Konkurs des Tochterunternehmens RCT. Voraussichtlich schreibt Accu damit 2015 einen Verlust von 10,5 Millionen Franken.

(sda/jfr)