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Vorsorge
Biella versenkte Pensionsgelder bei Betrügern

Die Pensionskasse der Bundesordner-Firma Biella-Neher investierte mehrere hunderttausend Franken in die Schwyzer Betrugsfirma Ipco. Trotzdem klagt die Firma die Gelder nicht zurück.

Von Christian Bütikofer
am 16.08.2013

Der grösste Anlagebetrugsfall im Kanton Schwyz, jener der Ipco Investment, betrifft auch den Büromaterialhersteller Biella-Neher. Deren Personalvorsorgestiftung investierte im April 2003 und dann nochmals im Januar 2004 je 200'000 Franken, wie handelszeitung.ch vorliegende Dokumente zeigen.

Von der zweiten Tranche der im Januar 2004 überwies die Ipco Investment nur 176'000 Franken an eine Scheinfirma in Spanien, zeigen Akten. Damit sackte die Ipco schon vor der eigentlichen Betrügerei mal 24'000 Franken ab.

Die Betrüger der Ipco Investment boten angeblich Devisentransaktionen mit jährlichen Renditen von bis zu 30 Prozent – und sammelten so gesamthaft 125 Millionen Franken ein. Auch die Sackmesserfirma Victorinox investierte bei Ipco beträchtlich.

Das grosse Schweigen

Das Geld ist weg – auch für Biella-Neher. Obwohl die Zivilforderung der Pensionskasse von Biella-Neher von 373'431.85 Franken vom Schwyzer Strafgericht gutgeheissen wurde und Ipco-Haupttäter Mike Niggli mit seinem Geschäftspartner Juan Manuel R. verpflichtet wurden, die Gelder zurückzuzahlen, verzichtet die Firma laut Informationen von handelszeitung.ch auf den Betrag.

Angefragt auf den Sachverhalt, beschied Geschäftsleitungsmitglied Franziska Flükiger handelszeitung.ch, dass die Firma zu diesem Fall keine Stellung nehme. Auch auf die Frage, warum Biella auf den Rechtsweg verzichtet, gab die Traditionsfirma keine Stellungnahme ab.

Fake-Investitionen: Arbeiter könnten büssen

Verluste der Pensionkassen gehen zulasten der Wertschwankungsreserven. Ist keine mehr vorhanden, teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu gleichen Teilen eine allfällige Sanierung der Pensionskasse.

Wie der Fall von Biellas Pensionskasse 1:1 aussieht, weiss nur deren Management, die Zahlen von Biella sind nicht öffentlich überprüfbar.

 

Gegendarstellung


Die Pensionskasse der Biella-Neher AG hat im IPCO-Strafverfahren  eine Zivilforderung geltend gemacht, die das Strafgericht im genannten Umfang gutgeheissen hat. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Auf die Ansprüche gegenüber den Verurteilten wurde nicht verzichtet.

Für die Biella-Neher Holding AG und die PK der Biella-Neher AG: Dr. Thomas Bähler
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