Larry Fink, der CEO von Blackrock, verwaltet ein Vermögen von fast 10 Billionen Dollar. Damit gilt er als mächtigster Investor der Welt. Die jährlichen Briefe Finks an die Chefs der grössten Unternehmen der USA sind Pflichtlektüre und verändern das Verhalten der Unternehmen.

Nun will Blackrock offenbar ein wenig von seiner Macht abgeben. Ab nächstem Jahr werden einige der grössten institutionellen Kunden die Möglichkeit haben, bei Aktionärsversammlungen ihre eigenen Stimmen abzugeben, anstatt dass Blackrock in ihrem Namen abstimmt.

Durch diesen Schritt könnte die Verantwortung für die Stimmabgabe von bis zu 2 Billionen Dollar in Aktien, verlagert werden, berichtet die «New York Times». Das wären etwa 40 Prozent des fast 5 Billionen Dollar schweren Indexfondsgeschäfts von Blackrock.

Verantwortung an die Besitzer der Aktien abgeben

Mit der Möglichkeit, dass Anleger für ihre Aktien abstimmen können, kann Blackrock dem Vorwurf entgegentreten, dass die Firma zu gross und zu mächtig sei. In den letzten Jahren wurde Blackrock gleichzeitig dafür kritisiert, zu viel Macht zu haben und diese nicht für positive Veränderungen in den Firmen zu nutzen.

«Damit können sie sagen, dass sie das Stimmrecht wieder in die Hände der Eigentümer legen, und gleichzeitig einen Teil der Kritik an Blackrock ablenken», sagte Douglas Chia, der Präsident von Soundboard Governance.

Befürworter einer stärkeren Beteiligung der Aktionäre begrüssten den Schritt. Wenn die grössten Vermögensverwalter einen beträchtlichen Teil der Stimmrechte bei den grössten Unternehmen kontrollierten, fühlten sich andere Aktionärsvertreter oft «wie ein David gegen zwei Goliaths», sagte Matthew Prescott, ein Senior Director bei der Humane Society of the United States. «Was auch immer die Motivation von Blackrock sein mag, die Aufteilung selbst eines Teils dieser Macht scheint eine gute Sache zu sein.»

(gku)

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