1. Home
  2. Unternehmen
  3. BOESCH/PEDRAZZINI: Die edelste Art, Wasser zu bewegen

BOESCH/PEDRAZZINI: Die edelste Art, Wasser zu bewegen

Die schönsten und solidesten Mahagoni-Jachten der Welt werden Detail um Detail in hoher Handwerkskunst am Zürichsee gebaut: Von den beiden Familienbetrieben Boesch und Pedrazzini.

Von René Knorr
am 09.03.2005

Es duftet nach Edelhölzern, Leim, Lack und Leder in den beiden Werften, wo Kunst und Tradition Konstanten des Schiffbaus sind. Boote von Boesch und Pedrazzini sind vergleichbar mit Automobilen von Rolls-Royce oder edlen Chronometern aus besten Manufakturen. Durch ihre einzigartige Baukunst und Restaurationsmöglichkeiten sind sie bei richtiger Pflege für Generationen geschaffen. Viele der vor Jahrzehnten gefertigten, aber immer noch seetüchtigen Meisterwerke wurden von den Kunden inzwischen längst an Kinder und Enkel vererbt.

Italienisches Flair mit Schweizer Qualität

Claudio Pedrazzini, der in dritter Generation die 1914 gegründete Werft führt, erinnert sich noch gut an die Meisterwerke aus Mahagoni von damals: «Früher bauten wir neben den Motorbooten auch Ruderboote, Segelboote und Jachten. Aus dieser Zeit stammt auch noch die Bezeichnung .»

Das kleinste Schiff von Pedrazzini, die 7,4 m lange Capri Super Deluxe, ist gleichzeitig auch das meistverkaufte. Seine massive Mahagonischale besteht aus einer dreischichtigen, formverleimten Aussenhaut. Die Konstruktion ist absolut verwindungssteif und hält problemlos höchsten Belastungen stand. Durch die spezielle V-Form des Rumpfs bleibt das Boot auch bei rauem Wasser sicher und souverän in der Spur. Auch die aus der Capri entwickelten Mahagoni-Motorboote Vivale (8,87 m) und Special (10,3 m) erfüllen diese Ansprüche.

Den hohen Preis rechtfertigt die einzigartige Bauweise der Pedrazzini-Boote. Claudio Pedrazzini: «Die Schale unserer Boote ist aus mehreren Schichten formverleimtem, massivem Mahagoniholz gefertigt. Die ganze Heckpartie, der Spiegel hinten und auch das Deck werden bei uns formverleimt.»

Schon von weitem als «Pedrazzini» sichtbar sein

An den grossen Bootsausstellungen ist die mittlere Pedrazzini-Baureihe als gelungene Premiere dabei. Claudio Pedrazzini: «Von der Konstruktion her ist es ein neues Boot. Optisch hat vom Design her einiges und im Detail sehr viel geändert, was allerdings auf den ersten Blick nur für Freaks erkennbar ist. Wir haben auch bei diesem Boot darauf geachtet, dass es von weitem schon als ein Pedrazzini erkennbar ist.»

Pedrazzini-Boote behalten immer ihr klassisches Design mit hoch leistungsfähiger, topmoderner Technik bei. Sanft gleiten diese schnellen Boote an, sicher und stabil bleiben sie während der Beschleunigung in der Linie, souverän und leicht meistern sie engste Kurvenmanöver. Selbst bei höheren Geschwindigkeiten entsteht kein Spritzwasser. Es ist, als fliege man auf der kompakten Gischt übers Wasser.

Boesch steht parallel für Innovation aus Tradition

«Der Bootsbau hat sich bei uns über Jahrzehnte entwickelt», weiss Markus Boesch, der im Jahr 2005 in der vierten Generation Einsitz in die Geschäftsleitung des traditionellen Familienunternehmens genommen hat. «Früher bauten wir noch alle Schiffe in Einzelanfertigung. Keines sah aus wie das andere. Dann begann mein Grossvater, Schiffe in Serie für den Wasserskizirkus zu produzieren. Anregungen unserer Kunden wurden dabei selbstverständlich berücksichtigt.»

Was bei Boesch vor über 80 Jahren mit einer Leidenschaft für traditionelle Bootsbaukunst begonnen und sich inzwischen kontinuierlich entwickelt hat, ist längst zum Inbegriff leistungsstarker, klassischer Mahagoniboote geworden, die sich durch eine Synthese von Form und Funktion auszeichnen und nachdrücklich beweisen, dass es immer noch Dinge gibt, die nahezu vollkommen sind.

Die einzigartige Boesch-Schichtbauweise mit den Mahagonihölzern aus teilweise FSC-zertifizierten Anbauplantagen zum Beispiel ermöglicht einen äusserst alterungsbeständigen und festen Rumpf, der alle Nachteile einer herkömmlichen Karweelbeplankung vergessen lässt und genauso pflegeleicht ist wie ein konventionelles Boot aus Kunststoff.

Heute umfasst die aktuelle Boesch-Flotte fünf Modellreihen, die sich in Abmessung, Ausstattung, Motorisierung und Eignung unterscheiden. Unverändert geblieben sind aber ihr Stil, ihre Klasse und vor allen Dingen die hohe Handwerkskunst mit einer Fertigungstiefe der bis aus 4000 Teilen bestehenden Schiffe von nahezu 90%. «Früher haben wir sogar Motoren auf unseren Wunsch in den USA fertigen lassen, bis die Abgasbestimmungen Mitte der 90er Jahre in der Schweiz strenger wurden und die Amerikaner nicht mehr mit der Technik mithalten konnten», weiss Markus Boesch.

Kontinuierlich hat Boesch seit zwei Jahren seine komplette Produktepalette überarbeitet. Das eigentliche Highlight der Bootsausstellungen, die Boesch 710 Costa Brava de Luxe mit dem innovativen Bugruder, lief 2004 vom Stapel.

Pedrazzini-Boote

Gegründet: 1914, heute ist die dritte Generation des Familienbetriebs in der Geschäftsleitung und die vierte in Ausbildung

Beschäftigte: 15 in Bäch, davon 3 Lehrlinge

Modelle: 3

Längen: 7,4 m bis 10,3 m

Bauzeiten: 6 bis 8 Monate

Preise: 250000 Fr. bis 650000 Fr.

Boote pro Jahr: 6 bis 8

Total gebaute Boote: Etwa 2000

Davon noch in Betrieb: Rund 95%

Länder: Pedrazzini-Boote findet man in ganz Europa, einige auch auf dem Meer

Eigene Liegeplätze: Total 75 in Bäch SZ

Occasionen: Gibt es ab 50000 bis 100000 Fr.

Boesch-Boote

Gegründet: 1920, heute ist die dritte und vierte Generation des Familienbetriebs in der Geschäftsleitung aktiv

Beschäftigte: 35 in Kilchberg und Sihlbrugg, davon 5 bis 8 Lehrlinge

Modelle: 5

Längen: 5,5 m bis 9 m

Bauzeiten: 2 bis 6 Monate

Preise: 100000 Fr. bis 500000 Fr.

Boote pro Jahr: 30 bis 35

Total gebaute Boote: 3650

Davon noch in Betrieb: 2000 bis 2500

Länder: Boesch-Boote findet man auf allen fünf Kontinenten und auch auf dem Meer

Eigene Liegeplätze: Total 300 in Kilchberg, Meilen, am Vierwaldstättersee und im Tessin

Occasionen: Gibt es ab 30000 bis 40000 Fr.

Anzeige