Auf dem Gelände der Holcim-Zementfabrik Siggenthal in Würenlingen AG ist in einem 40 Meter hohen und mit 180 Tonnen Kohle gefüllten Rauchgasfilter am Montagabend ein Brand ausgebrochen. Der Brand konnte durch die betriebseigene Feuerwehr und die Feuerwehren der umliegenden Gemeinden gelöscht werden, wie das Unternehmen mitteilte. Bei der Anlage handelt es sich um die Filter, mit denen die Abgase aus dem Brennvorgang bei der Zementherstellung gereinigt werden.

Die vom Brand betroffene Fabrik sei eines von drei Zementwerken in der Schweiz, sagte eine Sprecherin von Holcim gegenüber handelszeitung.ch.

Das Holcim-Zementwerk Siggenthal befindet sich seit Mitte Februar in Revision und war nicht in Betrieb. Dabei wurde den Angaben zufolge der Aktivkohlefilter abgeschaltet. Am späten Sonntagnachmittag kam es dabei zu einem Glimmbrand im Aktivkohlefilter, der später zu einem offenen Feuer führte.

Keine Gefahr für Bevölkerung und Umwelt

Die genaue Ursache für die Selbstentzündung sei zurzeit noch in Abklärung. Es sei möglich, dass der Brand während Arbeiten im Bereich der Filteranlage ausgebrochen sei, sagte Holcim-Sprecherin Susanne Sugimoto gegenüber SRF Radio. Für die Bevölkerung und Umwelt habe zu keiner Zeit Gefahr bestanden, betonte sie weiter. Bei der starken Rauchentwicklung handele es sich vornehmlich um Wasserdampf durch die Löscharbeiten.

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Zurzeit wird die Aktivkohle über die installierte Löschrinne ausgetragen und mit Wasser gekühlt. Bei diesem Prozess entsteht eine sichtbare Wasserdampffahne. Bis heute Nacht wird der Aktivkohlefilter geleert sein. Die ausgetragene Aktivkohle lagert auf einem Betonplatz des Werkgeländes. Das gesamte Löschwasser werde in einem separaten Becken aufgefangen.

Glimmbrand im Silo

Gemäss Polizeiangaben handelte es sich zuerst um einen Glimmbrand im Silo. Um zum Brandherd zu gelangen, wurde mit der Entleerung des Silos begonnen. Dabei führte die grosse Hitze im Silo plötzlich zu einem offenen Brand. Dieser griff auf die Fassade des Silos über. Zuerst stand nur die Betriebsfeuerwehr der Holcim im Einsatz, am Montag wurden weitere Wehren hinzugezogen. Die Leitung des Einsatzes liegt bei der Feuerwehr Würenlingen.

Nach Angaben von Unternehmenssprecher Peter Stopfer arbeiten in dem Werk rund 120 Menschen und die Jahreskapazität der Anlage beträgt rund 1 Million Tonnen Zement pro Jahr. Wie lange sich die Wiederinbetriebnahme durch den Brand verzögere, sei derzeit noch nicht abzuschätzen.

(awp/dbe)