Der Kanton Waadt kann sich über einen neuen prominenten Steuerzahler freuen: Der britische Milliardär Anthony Bamford hat seine Familienholding JCB Group Holdings vom karibischen Steuerparadies Curaçao in die Westschweiz überführt, wie aus offiziellen Dokumenten hervorgeht. Über die Holding kontrolliert Bamford seinen Land- und Baumaschinenkonzern JCB.

Die Gesellschaft war seit 1976 in der Karibik angesiedelt. Warum Bamford nun einen anderen Sitz wählte, ist unklar – er lehnte eine Stellungnahme ab. Curaçao hat jüngst seine Steuergesetze an die internationalen Standards angepasst, um der Platzierung auf der schwarzen Liste der Steuerparadiese der Europäischen Union zu entgehen.

Prime Minister David Cameron is given a tour by Lord Anthony Bamford (centre) and JCB chief executive Graeme Macdonald (right) at the JCB World Logistics site in Newcastle-under-Lyme as part of the Conservative Party's European and Local Election campaign trail.   (Photo by Joe Giddens/PA Images via Getty Images)

Der britische Ex-Premier David Cameron und Lord Anthony Bamford (in einer Fabrik von Bamfords Konzern JCB): Der Unternehmer ist zugleich konservativer Politiker.

Quelle: PA Images via Getty Images
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Ein Mitglied im House of Lords

Bamford gehört mit einem geschätzten Vermögen von 6 Milliarden Dollar zu einem der reichsten Briten. Der Milliardär hatte Mitte der 1970er-Jahre die Führung vom Familienunternehmen JCB von seinem Vater übernommen und den Maschinenhersteller zu einem internationalen Konzern ausgebaut.

Der Unternehmer ist ein prominenter Vertreter der Oberklasse und seit 2013 auch Mitglied für die konservative im House of Lords, dem Oberhaus. Dort hat sich «Baron» Bamford auch für den EU-Austritt eingesetzt. «Wir sind die fünftgrösste Volkswirtschaft der Welt. Wir müssen den EU-Austritt nicht fürchten», sagte Lord Bamford 2016 dem Sender BBC.

(mbü/bloomberg)