Bruno Sidler und Nils Planzer sind bekannte Namen in der Transportbranche. Bruno Sidler war früher Chef des Logistikkonzerns Panalpina, später führte er den Handelskonzern DKSH. Nils Planzer leitet das gleichnamige Transportunternehmen. Die beiden sind privat befreundet und seit 2014 auch Geschäftspartner: Damals stieg Planzer mit einem Anteil von einem Drittel bei der im Vorjahr von Sidler gegründeten Global Airlift Solutions (GAS) ein.

Nils Planzer, CEO de Planzer, parle lors de l'inauguration du Centre Rail de l'entreprise Planzer Transports SA ce jeudi 18 janvier 2018 a Penthalaz. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Nils Planzer (2018): Er leitet den gleichnamigen Familienkonzern.

Quelle: Keystone

Die Zürcher Firma ist auf Sondertransporte spezialisiert. Sie kommt zum Zug, wenn es schnell gehen muss oder wenn die Ware besonders sperrig, umfangreich oder heikel ist. Wenn es beispielsweise darum geht, 963 Alpacas-Tiere auf dem Luftweg von Chile nach China zu befördern. Oder wenn eine mexikanische Autofabrik dringend Ersatzteile aus Deutschland benötigt, weil sonst die Produktionsbänder stillstehen. GAS mietete damals kurzerhand einen riesigen Antonow-Transportjet.

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GAS ist ein «Broker» und nutzt fremde Flugzeuge oder Frachtfläche. Nun starten Sidler und Planzer aber auch eine eigene Cargo-Airline. Sie bauen eine Flotte von Pilatus PC-12 auf, die zu Transportflugzeugen für Europaflüge umgebaut werden. Die kompakten Schweizer Turboprop-Maschinen können auch auf kleinen Airports starten und landen – eine ideale Eigenschaft für die speziellen Bedürfnisse von GAS.

Air Sea Broker Aviation

Der Pilatus PC-12 der neuen Cargo-Airine: Ab Ende Jahr wird eine zweite Maschine im Einsatz stehen.

Quelle: ZVG

Das Geschäft in der Covid-Krise boomt

Das erste Flugzeug der neuen «Air Sea Broker Aviation» ist seit einem Jahr im Einsatz. Die zweite Maschine wird Ende Jahr in Betrieb genommen. Wie gross die Flotte wird, steht noch nicht fest. Es dürften aber einige werden: Mittelfristig soll die Cargo-Airline 30 Angestellte umfassen, ein Grossteil davon Piloten.

Im Corona-Jahr 2020 sind die Dienste der Spezial-Logistiker besonders gefragt: Es wird für GAS das beste Geschäftsjahr seit der Gründung. Weil der Passagier-Flugverkehr im Frühjahr fast zum Stillstand kam, waren Charter-Flugzeuge gefragt. Sie übernahmen Transporte, die normalerweise mit Passagierfliegern durchgeführt werden. Auch die Swiss wandelte einige Linienflugzeuge zu Transportfliegern um.

Für GAS dürfte der Boom für weitere 18 Monate anhalten. «Mit der Erholung der Wirtschaft und dem Ende der Sommerferien hat die Nachfrage nochmals deutlich angezogen», heisst es beim Unternehmen.

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