Zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Schweiz haben den ersten Lehrgang erfolgreich absolviert und die Auszeichnung «Zertifizierter Category Manager ECR D-A-CH» erhalten. Der Lehrgang ist von ECR Europe geprüft und seit Mai 2004 offiziell anerkannt. Die insgesamt rund 45 Category Manager aus Industrie und Handel aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden gemeinsam von ECR D-A-CH, Roland Berger und T-Systems mit den Prinzipien und Methoden des Category Managements gemäss den ECR-Empfehlungen vertraut gemacht.

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Ganzheitlichkeit

«Als selbstständige, handlungssichere Category Manager werden die Kursteilnehmer in Zukunft Category-Management-Projekte noch schneller und effizienter durchführen können», so die Erwartungshaltung von Valentin Wepfer, Geschäftsführer von ECR Schweiz. Oberstes Gebot in allen Modulen des Lehrgangs war die Praxisrelevanz. Neben Methodenwissen und Insidertipps wurde grosser Wert auf praktische Übungen, reale Fallstudien sowie Projektsimulationen gelegt. Ihre Ergebnisse konnten die Absolventinnen im Nachgang mit ECR-Experten wie etwa Jörg Plappert von der Schwarzkopf & Henkel GmbH und Dieter Licht von der Metro Group diskutieren.

«Gut war, dass der gesamte CM-Prozess von Anfang bis Ende in allen Schritten durchlaufen wurde», urteilt Birgit Legler von der Eckes-Granini Deutschland GmbH. Vergleichbare Veranstaltungen liessen diese Ganzheitlichkeit vermissen und berücksichtigten immer nur einzelne Schritte des Prozesses. Vor allem dieser Umstand mache die ECR D-A-CH-Weiterbildung für jeden, der sich mit Category Management beschäftigt, empfehlenswert. Besonders positiv war auch die Methodik der Referenten. Anhand von «echten» Projektbeispielen wurde immer wieder die gleiche Abfolge in der Erläuterung der Handlungsweise in Relation zum jeweiligen Schritt des CM-Prozesses durchgespielt.

Diese Vorgehensweise trug dazu bei, dass besonders viele Details hängen blieben und vieles für die tägliche Arbeit umzusetzen ist. Neben nützlichen Tipps und Tricks waren für Birgit Legler auch spezielle Hinweise wie die Abgrenzung verschiedener Marktforschungstools und die Bedienung des Category Management Browsers besonders aufschlussreich. Auch Claudia Schmidt von Lever Fabergé GmbH Schweiz gibt an, dass ihre Erwartungen voll erfüllt wurden und sie den Lehrgang mit einem «tieferen Verständnis» für den gesamten Category-Management-Prozess abgeschlossen hat.

Aufbau eines Netzwerks

Ein weiterer wichtiger Aspekt für die Absolventen war der Erfahrungsaustausch untereinander und mit den Experten aus Industrie und Handel. Neben der Förderung der kommunikativen Fähigkeiten durch Präsentationen und die Gruppenarbeit steht hierbei vor allem der Aufbau eines Netzwerks zwischen allen Beteiligten im Vordergrund, das auch nach Beendigung des Lehrgangs gut funktioniert und die Möglichkeit zum Austausch bietet. Neben neuen Kontakten erhielten die Teilnehmer auch ein besseres Verständnis für die jeweils andere Seite, oder wie es Birgit Legler auf den Nenner bringt: «Im Austausch mit Category Managern aus dem Handel erhielt ich viele neue Einblicke in die Sichtweise des Handels. Sicher wird diese gegenseitige Erfahrung für beide Partner in der künftigen Zusammenarbeit nützlich sein.»

Der Lehrgang: Umfassendes Werkzeug

Für die Schweiz wird die ECR-Ausbildung zum zertifizierten Category Manager neu vom Schweizerischen Institut für Unternehmerschulung im Detailhandel (SIU) angeboten. Die Schulungsunterlagen werden, insbesondere bezüglich der hier verfügbaren Marktforschungsdaten und überall wo sonst notwendig, den schweizerischen Gegebenheiten angepasst. Ebenfalls werden Praxisbeispiele aus der Schweiz besprochen, sodass sich der Nutzen für die Teilnehmer nochmals erhöhen wird.

Die Ausbildung ist stark auf den praktischen Einsatz im Berufsalltag ausgerichtet. Category Management wird sowohl aus Sicht des Handels als auch aus derjenigen der Konsumgüterindustrie ausgebildet. Der Lehrgang legt besonderes Gewicht auf gegenseitiges Verständnis und gemeinsame Zieldefinitionen, mit der Absicht, für beide Partner Mehrwerte zu generieren. Der Fokus liegt auf der Ausrichtung der Sortimentsgestaltung und der Sortimentspräsentation. Kern des Lehrgangs ist der Day-to-day-Category-Management-Geschäftsprozess von ECR D-A-CH. (po)

Thomas Häusler

Category Consultant Retail, Heineken Switzerland, Winterthur

«Der Nutzen des Ausbildungskurses ist gross, weil durch den Lehrgang das Verständnis und die Kompetenz für Category Management erhöht wird. Category-Management-Projekte werden effizienter und erfolgsorientierter angegangen. Der Lehrgang hat mir das theoretische Fundament zu meinem bereits vorhandenen Praxis-Know-how geliefert und mein Verständnis für ECR- und Category-Management-Projekte erhöht.

Es zeigt sich aber, das zwar alle von ECR und Category Management reden, aber nur die wenigsten um die nötigen Kenntnisse für den 8-Schritte-Category-Management-Prozess und die Umsetzung wissen. Daher ist es wichtig, dass man das Erlernte anschliessend auch richtig anwendet und effizient umsetzt.»

Rolf Hubler

Category Development Manager, Kimberly Clark, Balsthal

«ECR und damit auch Category Management nimmt bei Kimberly-Clark weltweit einen sehr hohen Stellenwert ein. Durch den Lehrgang zum Zertifizierten Category Manager ECR D-A-CH konnte ich die vorhandenen Kenntnisse nochmals vertiefen und einen umfassenden Überblick der Zusammenhänge in sehr konzentrierter Form erhalten. Insbesondere der Kontakt mit anderen Teilnehmern aus Handel und Industrie war sehr wertvoll und lehrreich.

Die bereits durchgeführten CM-Projekte haben unsere Erwartungen übertroffen. Grundsätzlich wäre wünschenswert, dass noch viele verantwortliche Mitarbeiter aus Industrie aber auch Handel diesen Lehrgang absolvieren, um ein gemeinsames Verständnis des CM-Gedankens zu erreichen.»

Antonio J. Santamaria

Category Manager, IVF Hartmann AG, Neuhausen

«ECR und Category Management sind eine optimale Plattform. Meiner Meinung nach ist das System aber noch zu sehr auf die Global Players zugeschnitten. Es bestehen jedoch Initiativen, damit auch kleinere Marktteilnehmer die Vorteile nutzen können. Der Entschluss, diese Ausbildung in Angriff zu nehmen, war schnell gefasst.

Mittelständische Unternehmen haben ein grosses Interesse, sich mit Know-how für ECR-Projekte zu qualifizieren und sich damit den nötigen Vorsprung zu sichern. Aus verschiedenen ECR-Teilbereichen wie z.B. VMI verfügte die IVF Hartmann AG bereits über gute Erfahrungswerte. Damit war es für uns logisch und sinnvoll, uns mit den Methoden des Category Managements nach ECR-Standards vertraut zu machen.»

Claudia Schmidt

Category Manager, Lever Fabergé Schweiz, Zug

«Es handelte sich um einen intensiven Lehrgang, der ein hohes persönliches Engagement erfordert. Es wäre zu hoch gegriffen zu behaupten, wir seien nach dem Lehrgang nun alleswissende CM-Experten. Schliesslich ist es auch schwierig, die Thematik zu verallgemeinern, denn je nach Art des Unternehmens sowie Industriezweig bzw. Kategorie muss der Category-Management-Prozess im Rahmen des vorgegebenen Pfades angepasst werden. Doch wir sind gut gerüstet mit einem Rucksack, der ein ganzheitliches, tiefes Verständnis und einige erste Anwendungsbeispiele enthält.

In unserm Lehrgang überwog die Zahl der Teilnehmer von Industrieseite. Vorteilhaft wäre sicher, wenn sich generell mehr Teilnehmer von Seiten der Handelsunternehmen zum Lehrgang anmelden würden.»

Bernhard Schwendinger

Sortimentsmanager Food/ Petfood, Spar Management AG, St. Gallen

«Ich bewerte den Lehrgang und den Austausch mit den weiteren Teilnehmern sowie den Experten als positiv. Ich konnte bereits von dem Gelernten und den Beispielen in der täglichen Arbeit profitieren. Der Kurs war detailliert und sehr praxisbezogen. Mit einem zweiten Kursteilnehmer konnten wir als Spar Schweiz gleich in ein reales Projekt einsteigen und hier ein recht vertieftes Projekt umsetzen. Ebenfalls haben wir einige Punkte in den Prozessen eingebunden.

Wir waren eine Gruppe mit Teilnehmern aus Deutschland. Aus meiner Sicht wurde dies in den Unterlagen nicht berücksichtigt. Diese sind zum Teil verbesserungswürdig. Im Grundsatz beurteile ich den Lehrgang als praxisnahe. Wir konnten von der Erfahrung einiger Experten profitieren.»

Olivia Sofia

Leiterin Layouting/Category Entwicklung, Manor AG, Basel

«Da ich die Category Management Basisprozesse in einem Industriebetrieb erlernt und angewendet habe, fehlte mir die Erfahrung aus Handelssicht, um die CM-Projekte bei Manor optimal begleiten zu können. Durch die Schulung kann ich nun Standardanforderungen und Vorgaben an die Industriepartner stellen. Abgesehen davon, dass Manor die CM-Projekte mit den Industriepartnern durch das Gelernte professioneller durchführen kann, sind wir auch in der Lage, mit geringem Aufwand Projekte bei Randkategorien ohne Industriepartner im -Ansatz durchzuführen.

Optimierungspotenzial sehe ich bei den Eigenheiten des Schweizer Marktes. Die Schulung basierte vorwiegend auf Erfahrungswerten und Anwendertools, welche in Deutschland angewendet werden.»