Ein schöner Teil der Schweizer Handymasten ist nun in spanischer Hand: Das spanische Konsortium Cellnex kauft 2800 Masten des Mobilunkanbieters Salt und zahlt dafür rund 700 Millionen Euro. Der französische Salt-Besitzer Xavier Niel verkauft zusätzlich auch noch Masten in Frankreich und Italien an Cellnex, wie Cellnex heute bekanntgibt.

Das Konsortium verpflichtet sich zu einem massiven Ausbau des Netzes: In den nächsten sieben Jahren soll Salt 500 neue Standorte erhalten. Cellnex wird die Netzgesellschaft zu 90 Prozent besitzen, 10 Prozent verbleiben bei Salt.

Salt und Niels Gesellschaft Iliad müssen nun Miete bezahlen. Cellnex rechnet laut der Finanznachrichtenagentur AWP mit 510 Millionen Euro zusätzlichem Betriebsgewinn (EBITDA) jährlich, wenn der Vertrag voll umgesetzt ist.

Vor zwei Jahren hat Cellnex bereits ein Grossteil des Schweizer Antennenwalds von Sunrise gekauft.

Die Spanier kaufen Stahl und Beton

Bei dem Deal mit Sunrise hatte Cellnex mit weiteren Investoren zusammengespannt, unter anderen Swiss Life Asset Managers. Die eigentliche Telekominfrastruktur blieb dabei im Besitz von Sunrise, nur die sogenannte passive Netzinfrastruktur – als vor allem die Beton- und Stahlkonstruktionen – wechselte die Hand.

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Bei dem heutigen Deal dürften die Bedingungen ähnlich sein: Salt wird also wie Sunrise vermutlich weiterhin die ganze Elektronik kontrollieren.

Salt ist nur noch die Nummer drei

Salt kann durch den Verkauf seiner Sendemasten Schulden abbauen. Finanziellen Spielraum hat das Unternehmen sicherlich nötig, denn der Wettbewerb im Schweizer Telekomgeschäft steigt: Sunrise hat Anfang Jahr den Kabelnetzbetreiber UPC geschluckt. Salt ist künftig nur noch die Nummer drei im Markt hinter Swisscom und der neuen Sunrise/UPC.

(mbü)

 

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