Der neue CEO der Migros Bank, Manuel Kunzelmann, will das Filialnetz – trotz Digitalisierung – weiter ausbauen. Das kündet er gegenüber der «Handelszeitung» an. «Die meisten Kunden wollen weiterhin in einem Bankgebäude beraten werden und nicht zu Hause», sagt er.

Allerdings würden die neuen Standorte weniger als klassische Bankfilialen, sondern als einfach gehaltene «Arbeitsorte» für die Berater daherkommen. «Bei einer klassischen Filiale ist man schnell mal bei Betriebskosten von 3 Millionen Franken. Das muss man dann wieder amortisieren über Mehrumsatz, den man den Kundinnen und Kunden aufdrückt. Wir wollen das anders angehen.»

«Viele sehr wohlhabende Kundinnen und Kunden»

Potenzial für Wachstum sieht Kunzelmann vor allem im Mittelstand, den er als Kundschaft mit einem Vermögen zwischen 50’000 Franken und 1,5 Millionen Franken definiert. «Diese Kunden werden von vielen Banken unterschätzt und zu schlecht bedient.»

Die Kundschaft der Migros Bank gehe quer durch alle Segmente, sagt Kunzelmann. «Sie würden staunen, wie viele sehr wohlhabende Kundinnen und Kunden die Migros Bank hat. Ich habe selber gestaunt.» Kunzelmann hat die Leitung der Migros Bank im Mai vom langjährigen CEO Harald Nedwed übernommen. Zuvor war er in der Geschäftsleitung der Basellandschaftlichen Kantonalbank tätig.

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