Sängerinnen und Schauspielerinnen wie Rihanna, Kendall Jenner und Uma Thurman glitzerten die letzten Jahre mit Chopard-Schmuck auf dem roten Teppich von Glamour-Events wie den Grammies oder Academy Awards. Bessere Werbeträgerinnen gibt es für das Schweizer Schmuck- und Uhrenhaus Chopard nicht.

Doch offenbar hat Chopard die Promis als Aushängeschilder benutzt, und sie nicht oder zu spät bezahlt. Diese Aussage macht jedenfalls die US-PR-Verantwortliche für Chopard, Desiree Gallas, in ihrer Klage beim Manhattan Supreme Court in New York, wie die «New York Post» berichtet.

Zweifel an ethischen Standards

Gallas hält darin fest, sie habe über ihre einflussreichen Kontakte die A-Prominenten davon überzeugt, die Juwelen auf dem roten Teppich von Glitzeranlässen zu tragen. Doch Chopard habe die Stars nicht nur verspätet oder gar nicht bezahlt, sondern sie auch noch hinters Licht geführt.

Die Schmuck- und Uhrenfirma habe ihren Topkunden versichert, dass das Gold der edlen Stücke sozial- und umweltverträglich abgebaut worden seien. Dem sei nicht so, behauptet Gallas. Ein Teil der Schmuckwaren werde nämlich von Dritten hergestellt, die über keine ethischen Standards bei der Goldbeschaffung verfügten, sagt sie.

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Chopard vom Responsible Jewelry Council ausgezeichnet

Ein Chopard-Rechtsvertreter wies die Anschuldigungen gemäss der Zeitung zurück und verwies darauf, dass das Unternehmen dieses Jahr vom Responsible Jewelry Council ausgezeichnet worden sei. Tatsächlich war Chopard eine der ersten grossen Schmuck-Unternehmen, die sich zur Verwendung von sozial- und umweltverantwortlich beschafftem Gold verpflichteten.

Auf eine Anfrage des «Blick» hat die Chopard-Medienstelle vorerst nicht reagiert.

(red/«Blick»)

Dieser Artikel wurde zuerst im Wirtschaftsressort des «Blick» veröffentlicht.

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