Anfang September wird der riesige Bau- und Shoppingkomplex «The Circle» beim Flughafen Zürich teilweise eröffnet (mehr dazu lesen Sie hier). Der Projektverantwortliche Beat Phaud gibt im Interview Auskunft.

Sie haben 70 Prozent der Fläche vermietet. Sind Sie zufrieden?
Das ist ein sehr guter Wert. Mit den Mietern, die wir in den letzten drei Jahren gefunden haben – Microsoft, SAP und viele andere – haben wir die richtigen Partner gewinnen können.

Wann wird der Circle komplett ausgelastet sein?
In den nächsten zwei, drei Jahren werden wir noch Fläche vermieten.

Sie erwarten im Circle täglich rund 20'000 Besucherinnen und Besucher. Viele davon sollen vom Flughafen den Weg dorthin finden. Wird diese Verbindung zum Airport funktionieren?
The Circle ist extrem eng verbunden mit dem Flughafen. Wir haben zwei Übergange: Einer über den Bushof, und einer unterirdisch. Vom Check-In 1 sind Sie künftig schneller im The Circle als am Flughafenbahnhof. Wir sind überzeugt, dass die Verbindung The Circle beleben wird. Wir gehen aber auch davon aus, dass The Circle viele Besucher aus der Region haben wird.

6500 Personen werden, wenn der Circle vollvermietet ist, unter der Woche in den Büros arbeiten. Am Wochenende bleiben diese Menschen zu Hause. Droht das Zentrum ab Freitagabend zu verwaisen?
Wenn Sie heute am Wochenende den Flughafen besuchen, sehen Sie, wie viel dort los ist. Der Flughafen ist eine Destination, welche die Menschen aus ganz unterschiedlichen Gründen besuchen. The Circle wird diese Destination weiter aufwerten. Hinter dem The Circle befindet sich ein Park, der das Angebot ergänzt. Die Menschen werden zusätzliche Gründe finden, die Destination Flughafen zu nutzen.

Sie haben einen hohen Anspruch mit dem Circle. Die Anlage soll mehr sein als ein gewöhnlicher Büro- und Shoppingkomplex. Der Circle soll über die Schweiz hinaus ausstrahlen, dafür haben Sie beispielsweise auch einen japanischen Stararchitekten engagiert. Lösen Sie diesen Anspruch ein?
Der Flughafen Zürich und The Circle sind die besterschlossenste Ort in der Schweiz. Sie werden von allen Verkehrsträgern bedient, ausser von einem Schiff. Wir wollten nicht einfach ein neues Gebäude bauen, sondern einen Stadtteil. An diesem Standort müssen wir Qualität bieten. Das lösen wir ein, der Mix und das Gebäude sind einzigartig.

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«The Circle ist nahtlos mit den anderen Flughafengebäuden verbunden.»

Quelle: ZVG

Werden andere Anbieter in der Region unter Druck kommen, beispielsweise Kongressveranstalter in Zürich?
Die beiden Hyatt-Hotels sind natürlich Konkurrenz für andere Hotels in der Region. Wenn wir das Hotel Radisson am Flughafen Zürich dazurechnen, bieten wir 880 Hotelzimmer und ein Kongresszentrum. Wir werden aber auch neue Veranstaltungen nach Zürich locken, ein solches Angebot gab es vorher nicht. Der Kongressstandort Zürich wird gestärkt, und davon profitieren auch Hotels im Umkreis des Flughafens. Wir schaffen Konkurrenz, und zugleich Potential.

Ein Medienbericht machte die Kongressdestination Davos als Verliererin aus. Können Sie diese These nachvollziehen?
Alle Standorte haben ihre eigenen Stärken. Davos hat Vorteile, die wir nicht bieten können, umgekehrt verfügen auch wir über unsere eigenen Qualitäten.

Welche Knackpunkte sind noch offen?
Das Projekt ist auf Kurs. Beim Bau, dem Betrieb und der Vermietung machen wir wie geplant vorwärts. In dieser Schlussphase haben wir natürlich sehr viel Arbeit, es gibt aber keine Probleme, die mir schlaflose Nächte bereiten.

Die Gewerkschaft Unia will laut Medienbericht verhindern, dass die Läden im Circle Sonntags offen haben. Werden die Bewilligung ausgestellt?
The Circle ist nahtlos mit den anderen Flughafengebäuden verbunden und Teil des Flughafenkomplexes. Er beinhaltet ganz verschiedene Nutzungen, die sich nach den jeweiligen arbeitsrechtlichen Regelungen richten. Öffentliche Nutzungen wie Hotels, Restaurants, Geschäfte, der Park etcetera werden wie generell am Flughafen auch am Sonntag offen sein.

Wäre ein Verbot des Sonntagsverkauf ein grosses Problem für Sie?
Da The Circle Teil vom Flughafen Zürich ist, gehen wir nicht von einem Verbot aus.