Die Behörden im Norden Indiens haben die Schliessung einer Abfüllanlage des US-Getränkekonzerns Coca-Cola veranlasst. Ein Vertreter der örtlichen Umweltbehörde sagte am Mittwoch, die Anlage in Varanasi im Bundesstaat Uttar Pradesh habe die Betriebserlaubnis missachtet und zu viel Grundwasser entnommen.

«Die Fabrik ist auf unsere Veranlassung hin geschlossen worden», sagte der Behördenvertreter der Nachrichtenagentur AFP. Das Werk habe die Auflage bekommen, das Absinken des Grundwasserspiegels wieder zu beheben. Das Abwasser der Abfüll-Anlage sei zudem schmutziger gewesen als erlaubt.

Schnell wachsender Markt

Das Unternehmen habe beim Indischen Umweltgericht, dem National Green Tribunal, Berufung gegen die Schliessung eingelegt, sagte der Behördensprecher weiter. Von Coca-Cola Indien war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen.

Indien ist wegen seiner schnell wachsenden Mittelklasse einer der wichtigsten Märkte für Coca-Cola. Die Abfüllanlage in Varanasi, eine von 58 in Indien, steht seit Jahren im Zentrum von Protesten. Sie kann 600 Kunststoffflaschen pro Minute abfüllen. Kritiker beschuldigen das Unternehmen, für Wasserknappheit in der Region verantwortlich zu sein und Boden und Grundwasser zu verschmutzen.

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(sda/gku/me)