Coop Supermarkt Silbern, Dietikon ZH: Wo sonst grosse Aktionspackungen, Wein und Fleisch Einkaufswagen füllen, hat Coop-Chef Philipp Wyss (60) heute Geschäftszahlen im Angebot. Und die sind durchaus geniessbar, allen voran der Gewinn: 606 Millionen Franken waren es unter dem Strich. Zum Vergleich: Im Vorjahr erzielte die Coop-Gruppe einen Gewinn von 585 Millionen Franken. Das sind 21,1 Millionen mehr als zuvor.
Wyss: «Ich bin stolz auf unser Resultat, denn das vergangene Jahr war im Detailhandel so aggressiv umkämpft wie nie zuvor.» Er merkt an, dass von 100 Franken Gewinn 67 Franken an die Lieferanten gehe und unter dem Strich lediglich 1.80 Franken in der Coop-Kasse verbleiben.
Bereits bekannt war ein Rekordumsatz von 35,5 Milliarden Franken. Auf die Kernsparte Detailhandel entfallen 21,2 Milliarden.
Gewisse Fachmärkte werfen kein Geld ab
Die Nummer 1 im Schweizer Detailhandel gemessen am Gesamtumsatz kann damit ihre Stellung im Detailhandel mit ihrem Resultat festigen. Gemäss eigenen Aussagen gewinnt Coop sowohl bei den Supermärkten als auch bei den Fachformaten wie Jumbo oder Interdiscount Marktanteile hinzu – ohne genauere Angaben zu machen. «Im vergangenen Jahr konnten wir neue Supermärkte eröffnen, einen Kundenzuwachs stellen wir aber insgesamt über alle Regionen hinweg fest», heisst es.
Zur Profitabilität der Fachmärkte bleibt Coop-Chef Wyss vage: Unter dem Strich mache man Gewinn, besonders in denen Formaten, in die man investiere. Er lässt aber durchblicken, dass es auch Fachmärkte gibt, die kein Geld abwerfen – zumindest zeitweise. Zum Vergleich: Die Migros trennte sich vor Fachmärkten wie Micasa und schloss die Heimelektronikkette Melectronics.
Neue Filialen, Preissenkungen und Ladenkonzepte
CEO Wyss drückt im laufenden Jahr aufs Expansionspedal: «Wir wollen in diesem Jahr unseren 1000. Supermarkt eröffnen.» Wenn alles gut ginge, werde das im Herbst sein. Per Ende 2025 steht die Zahl der Standorte bei 982. Unter dem Strich sollen bis Jahresende mindestens 20 Supermarkt-Filialen dazukommen. Der Mitarbeiter-Bestand wächst somit weiter. Im letzten Jahr legte dieser bereits um 1162 auf 97275 Personen zu.
Der Kampf um Detailhandelsflächen ist nach wie vor gross. Sowohl die Migros als auch der Discounter Lidl planen im 2026 mit einer zweistelligen Zahl neuer Filialen. Lediglich Aldi konsolidiert und schliesst nicht rentable Filialen. Neben der Expansion kündigt Wyss für das laufende Jahr Investitionen in neue Ladenkonzepte, etwa für Jumbo, an. Geld investiert werde auch in Preissenkungen in den Supermärkten, wo seit Jahresbeginn bereits über 400 Produkte im Preis gesenkt wurden. Wyss: «Wir haben die richtigen Strategien und werden weiter wachsen.»

