Die Credit Suisse kann die Akte Enron endlich schliessen. Nach über 16 Jahren endet der letzte offene Fall in dieser Angelegenheit mit einem Vergleich, wie Unterlagen aus den USA zeigen. Die Schweizer Grossbank hat sich – zusammen mit der ebenfalls in den Fall verwickelten Deutschen Bank und dem US-Institut Merrill Lynch – Ende letzten Jahres auf einen Vergleich mit einem kanadischen Investment-Fonds geeinigt.

Die klagenden Kanadier investierten kurz vor dem Kollaps von Enron knapp 100 Millionen Franken in Papiere des Konzerns. Als beim US-Energiekonzern das Ausmass der Tricksereien klar wurde, war das Geld verloren, der Rechtsstreit nahm seinen Anfang. Der Credit Suisse wurde vorgeworfen, Enron beim Betrug geholfen zu haben. Die Bank hat die Vorwürfe stets bestritten.

Jetzt ist das leidige Kapitel geschlossen. Ein Richter in New York hat den Vergleich, dessen Details unbekannt sind, am 9. Januar offiziell abgesegnet. Der älteste Rechtsstreit der Credit Suisse, der von Schweizer Finanzmedien seiner Dauer wegen zuletzt «Rechtsfall für die Ewigkeit» genannt wurde, endet damit ganz offiziell.

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Präsident Urs Rohner schliesst so auch ein persönliches Kapitel. Er begleitete die Rechtsfälle um Enron einst selbst, als er noch Chefjurist war. CS-Ex-Chef Oswald Grübel lobte ihn einst deswegen als besten Chefjuristen, den er je erlebt habe.

(ise)