Das Debakel um den US-Hedgefund Archegos hat die Credit Suisse am Dienstag nicht losgelassen. Die Aktie der zweitgrössten Schweizer Bank ist nach dem Absacker vom Montag weiter unter Druck gestanden.

Die Credit Suisse-Aktie gab am Dienstag bis am Nachmittag um weitere 3 Prozent auf 10,43 Franken nach, nachdem sie am Montag knapp 14 Prozent verloren hatte. Auf Jahressicht notiert die Aktie damit um knapp 9 Prozent im Minus während etwa die Titel der Konkurrentin UBS seit Jahresbeginn um 17 Prozent zugelegt hat.

Eine rasche Erholung ist nicht in Sicht

Gemäss Marktbeobachtern dürfte die CS-Aktie weiterhin volatil bleiben, solange nicht mehr über das Ausmass der Verluste aus den beiden Problemfällen Archegos und Greensill bekannt ist.

Am Montag hatte die CS über einen «möglicherweise sehr bedeutenden und wesentlichen» Verlust informiert, ohne aber weitere Einzelheiten zu nennen.

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Ursache dürfte laut übereinstimmenden Berichten der Zusammenbruch des Hedgefonds Archegos des Investors Bill Hwang sein, der auch weitere Banken in Mitleidenschaft gezogen hat.

Beobachter erwarten Milliardenverlust

Die meist genannte Verlustschätzung für die CS im Zusammenhang mit Archegos laut auf 3 bis 4 Milliarden Dollar, eine Zahl, welche die «Financial Times» unter Berufung auf Insider genannt hatte.

Einige Marktgerüchte wollten gar von einem doppelt so hohen Schaden wissen. «Über die Höhe der Verluste wissen wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr als das, was wir in der Presse lesen», meinte der zuständige Analyst der britischen Barclays Bank in einem Kommentar.

Aktienrückkäufe im Fokus

Spekuliert am Markt wird nun auch, ob die Credit Suisse ihr dieses Jahr begonnene Aktienrückkaufprogramm wegen des Verlustes bei Archegos, aber auch wegen der ebenfalls noch nicht bezifferten Verluste mit den sogenannten Lieferketten-Finanzierungsfonds von Greensill stoppen muss.

Einige Investoren sehen aber auch das Risiko, dass die Dividende für 2020 gestrichen wird oder die CS gar eine Kapitalerhöhung durchführen muss.

(awp/mbü)