Die Credit Suisse ist im ersten Quartal 2021 wie angekündigt in die roten Zahlen gefallen. Wegen dem Zusammenbruch des US-Hedgefonds Archegos resultiert ein Reinverlust von 252 Millionen Franken. Im gleichen Vorjahreszeitraum hatte die CS noch einen Quartalsgewinn von 1,3 Milliarden Franken erzielt.

Der Vorsteuerverlust für das ersten Quartal 2021 fiel mit 757 Millionen Franken allerdings etwas unter dem bereits vor zwei Wochen angekündigten Niveau von gut 900 Millionen Franken aus, wie die Grossbank am Donnerstag mitteilte. Der Archegos-Zusammenbruch belastete das Ergebnis der Grossbank - wie bereits damals gemeldet - mit rund 4,4 Milliarden Franken.

Credit Suisse hat es am schlimmsten erwischt

Der hoch verschuldete US-Hedgefund Archegos war Ende März seinen Verpflichtungen gegenüber der Credit Suisse und weiteren Banken nicht mehr nachgekommen. Von allen beteiligten Finanzinstituten hat die Credit Suisse dabei offenbar die weitaus höchsten Verluste erlitten. Die japanische Nomura hatte rund 2 Milliarden Dollar und die US-Bank Morgan Stanley etwa 900 Milliarden Dollar verloren.

Die Bank rechnet nun mit weiteren Verlusten rund 0,6 Milliarden Franken in Verbindung mit dem Hedge-Fund-Debakel im zweiten Quartal, wie es in der Mitteilung weiter heisst. 

Kernkapitalquote von 13 Prozent angestrebt

Die CS hat zudem ihre Kapitalbasis durch die Ausgabe von zwei Pflichtwandelanleihen verstärkt. Die beiden Anleihen wurden bei verschiedenen Kernaktionären, institutionellen Investoren und reichen Privatkunden platziert, wie die Bank am Donnerstag mitteilte. Sie können in insgesamt 203 Millionen Aktien umgetauscht werden.

Die Bank verfügt nach eigenen Angeben über eine solide Kernkapitalquote von 12,2 Prozent. «Mit dem Angebot erwarten wir jedoch eine weitere Stärkung unserer Kapitalposition in Übereinstimmung mit unserer Absicht, eine Kernkapitalquote von rund 13 Prozent zu erreichen», hiess es.

Thomas Gottstein: «Verlust ist inakzeptabel»

Chef Thomas Gottstein kommentierte die Zahlen in der Mitteilung der Bank folgendermassen: «Unsere Ergebnisse für das erste Quartal 2021 wurden durch eine Belastung in Höhe von 4,4 Milliarden Franken im Zusammenhang mit einem US-Hedge-Fonds erheblich beeinträchtigt. Der Verlust, den wir aufgrund dieser Angelegenheit für das Berichtsquartal ausweisen müssen, ist inakzeptabel.»

Gemeinsam mit dem Verwaltungsrat habe man wichtige Schritte unternommen, um diese Situation anzugehen. «Wir haben Änderungen im Senior Management unserer Geschäfts- und Kontrollfunktionen vorgenommen, unsere Risikoprüfungen innerhalb der gesamten Bank erweitert, unabhängige Untersuchungen dieser Angelegenheiten durch externe Beratungsteams, beaufsichtigt von einem Sonderausschuss des Verwaltungsrats, eingeleitet und mehrere kapitalbezogene Massnahmen getroffen», so Gottstein.

«Gleichzeitig möchten wir betonen, dass unsere operative finanzielle Performance im ersten Quartal 20212 über alle Divisionen hinweg stark war, gestützt durch solide Ergebnisse in der Schweiz sowie ein starkes Wachstum in APAC und im Investment Banking.» Man erwarte, dass die Platzierung der Pflichtwandelanleihen die Bilanz weiter stärken und es ermöglichen werde, das Momentum in den Kerngeschäften zu bewahren. «Unser zugrunde liegendes Ergebnis unterstreicht die Ertragskraft der Credit Suisse

500 Millionen Dollar für Vergleich in den USA

Die Credit Suisse baut zudem in den USA weitere Altlasten ab. So hat sie mit der U.S. Bank als Trustee einen Vergleich im Zusammenhang mit zwei beim New York State Court hängigen Klagen geschlossen, die sich auf verbriefte Wohnbauhypotheken (Residential Mortgage-backed Securities) von 2006 beziehen.

Die Vergleichssumme belaufe sich auf 500 Millionen Dollar. Dem standen indes Forderungen von mehr als 1,3 Milliarden gegenüber, schrieb die CS am Donnerstag in ihrer Mitteilung zum Abschluss des ersten Quartals. Für die bezahlte Vergleichssumme seinen bereits früher in voller Höhe Rückstellungen gebildet worden, es falle somit keine zusätzliche Belastung an.

Vorbehalten bleibt indes die Bestätigung des Vergleichs durch ein separates Gerichtsverfahren. Dieses sei durch den Trustee einzuleiten. Mit dem Vergleich hätten zwei der grössten Altlasten in Zusammenhang mit dem früheren RMBS-Geschäft der Credit Suisse gelöst werden können, zeigt sich die Bank erleichtert.

(awp/reuters | gku)

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