Die Grossbank Credit Suisse baut ihr Geschäft im Heimmarkt um. So sollen ab 2022 jährliche Kosteneinsparungen von 100 Millionen Franken erreicht werden. Ein Abbau von Stellen sei «unvermeidlich», teilte die Credit Suisse mit.

«Digitalisierung ist heute allgegenwärtig und wird sich rasant weiter fortsetzen. Als eine führende Universalbank stellen wir sicher, dass wir mit unserem Angebot den sich ändernden Kundenbedürfnissen Rechnung tragen und unsere Ressourcen dort einsetzen, wo wir profitabel wachsen können», lässt sich André Helfenstein, CEO Swiss Universal Bank und Credit Suisse (Schweiz) AG, in der Mitteilung zitieren.

«Die Anpassung unseres Geschäftsstellennetzes, bei gleichzeitiger Investition in digitale Lösungen und in die Beratung von Kunden mit komplexeren Bedürfnissen ist vor diesem Hintergrund folgerichtig. Filialen – zeitgemäss aufgestellt und auf die Beratung fokussiert – werden dabei auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Deshalb werden wir in den kommenden Jahren auch weiter in unsere Geschäftsstellen investieren.»

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NAB verschwindet als Marke

Im Kanton Aargau, wo die CS und Tochtergesellschaft NAB zusammen 30 Geschäftsstellen haben, verschwindet die NAB. Die Neue Aargauer Bank kam 1994 unter die Fittiche der Credit Suisse, beschäftigt laut Mitteilung rund 530 Mitarbeitende, betreut rund 19 Milliarden Franken an verwalteten Vermögen und verfügt über ein Hypothekarvolumen von 19 Milliarden Franken (per 31. Dezember 2019).

«Die NAB hat eine lange Tradition, und nach einem erfolgreichen Nebeneinander der beiden starken Marken haben wir den Entscheid für den geplanten Zusammenschluss nicht leichtfertig gefällt», so Helfenstein. Die Fusion muss durch die Finma noch genehmigt werden.

Mit zwei Marken sei es schwieriger als mit einer einzigen, schneller und effizienter zu werden, sagte Helfenstein in einem Interview mit der «Aargauer Zeitung»: «Es bestehen Doppelspurigkeiten, die letztlich auch dazu führen, dass weniger Mittel für Investitionen zur Verfügung stehen.»

Rund 40 Standorte fallen weg

Mit 109 gegenüber heute 146 Standorten werde die Credit Suisse auch in Zukunft regional stark verankert sein, schreibt die Bank. Die Einsparungen von jährlich 100 Millionen Franken ab 2022 gehörten zu den Gruppenweit angestrebten Kosteneinspaarungen von 400 Millionen Franken im Jahr.

Ein Grossteil der Synergien solle ins Schweizer Geschäft reinvestiert werden – insbesondere in zusätzliche Berater für die Betreuung von Privat-, Firmen- und institutionellen Kunden, in Technologie und Digitalisierung sowie in das Marketing.

Die Kosten des Umbaus beziffert die Credit Suisse auf 75 Millionen Franken. Die Zahl  der abzubauenden Stellen wird nicht bekanntgegeben, aber ein Sozialplan stehe zur Verfügung. «Oberstes Ziel ist es, dass möglichst alle von einem Stellenabbau betroffenen Mitarbeitenden eine interne oder externe Weiterbeschäftigung finden», schreibt die Credit Suisse.

Rücktritt des CEO

Mit der Zusammenlegung im Aargau verliert auch NAB-CEO Roland Herrmann seine Stelle. Herrmann hinterlasse eine gut aufgestellte und erfolgreiche Bank, schreibt die CS im Communiqué. Seine Stelle wird interimistisch übernommen von Roger Suter, derzeit Regionenleiter der CS in der Zentralschweiz

(gku — rap)

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