Vor 15 Monaten empfohlen und bereits innert weniger Wochen brachte die Aktie von Cyan ein Plus von bis zu 40 Prozent. Seit diesem Kursrekord im Februar vor einem Jahr ist die Aktie des Anbieters von Sicherheitssoftware für Mobiltelefone aber nur noch im Rückwärtsgang und hat sich schon gedrittelt.

Dabei ist die Story nach wie vor intakt. Wie der IT-Konzern aus München berichtet hat, gab es im vergangenen Jahr einen enormen Wachstumssprung. Der Umsatz stieg von 20,0 auf 32,4 Millionen Euro und der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) explodierte auf das Vierfache von 3,4 auf 11,9 Millionen Euro.

Hohe Marktdurchdringung, geringe Vertriebskosten

Smartphones und Tablets sind gefragt wie nie zuvor und für immer mehr Menschen ist das der Zugang in die Welt des Internets. Alles wird dort gemacht und auch sicherheitsrelevante Dinge wie etwa Bankgeschäfte. Doch Kriminelle versuchen allzu oft Zugangsdaten abzugreifen oder die Geräte mit Viren zu infizieren und zu kapern.

Für die Sicherheitssoftware von Cyan ist das Umfeld damit gut und das Unternehmen hat ein vielversprechendes Geschäftsmodell. Die Münchner verkaufen ihre Software nicht direkt an die Endkunden, also die Nutzer der Geräte, sondern gehen diesen Weg indirekt über Kooperationen mit Providern und Telefongesellschaften. Das spart Vertriebskosten und bringt dennoch eine hohe Marktdurchdringung.

Grosser Deal mit Orange und eine Kooperation in Indien

Obwohl Cyan im vergangenen Jahr schon kräftig wachsen konnte, steht der grosse Sprung aber noch bevor. Seit über einem Jahr laufen die Vorarbeiten für den Vertriebsstart der Sicherheits-IT beim französischen Telefongiganten Orange. 260 Millionen Orange-Kunden weltweit werden dadurch zu potentiellen Abnehmern der Cyan-Software. Spätestens ab der zweiten Jahreshälfte soll dieser Deal Ergebnisbeiträge abliefern.

Zudem macht Cyan mit weiteren Kooperationspartnern Geschäfte. Erst im März wurde ein Deal mit der bulgarischen Fibank und der indischen Vara Technologies abgeschlossen. Vara wird künftig über Mobilfunkanbieter und Versicherungen Endkunden für die Cyan-Sicherheits-IT auf dem Subkontinent ansprechen.

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Der Gewinn soll sich verdreifachen

Cyan-Chef Peter Arnoth hat grosse Ziele. Im nächsten Jahr soll der Umsatz des Unternehmens bei zumindest 75 Millionen Euro liegen. Das EBITDA könnte dabei auf über 35 Millionen Euro klettern und einen Gewinn um 2,50 Euro je Aktie bringen. Nachdem sich der Kurs gedrittelt hat, besitzt die Aktie jetzt das Zeug zum Vervielfacher. Schon im nächsten Jahr könnten die alten Hochs um 37 Euro wieder drin sein.

Cyan AG

ISIN: DE000A2E4SV8

Gewinn je Aktie 2021e: 2,50 €

KGV 2021e: 9,4

Dividende/Rendite 2019e: -/-

EK je Aktie: 7,20 €

EK-Quote: 80,7 Prozent

KBV: 2,0

Kurs/Ziel/Stopp: 14,40/34,50/9,70 €

Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus Deutschland, Österreich und der Schweiz spezialisiert. Die jährliche Performance des Musterdepots seit Start im April 2010 beträgt +14,6 Prozent (DAX: +7,8 Prozent).

Transparenzhinweis: Der Autor berät Anlageprodukte. In diesem Beitrag besprochene Aktien können zum Anlageuniversum zählen.