Sowohl in der Literatur wie auch in der Malerei ist die Farbe Blau der Inbegriff von Ferne und Sehnsucht: Die Weite des Himmels, die Spiegelungen im Wasser laden seit jeher zum Träumen ein. Blau ist die Farbe aller Himmelsgötter, symbolisiert die weite Welt und das Geistige. Wohl deshalb wird der Farbe Blau, deren Namen vom althochdeutschen «blao» für schimmernd und glänzend abstammt, auch eine emotional ausgleichende, beruhigende und mässigende Wirkung zugeschrieben.

Alles andere als beruhigend sind jedoch die blauen Edelsteine, die Schmuckhersteller zu atemberaubenden Kreationen herausfordern. Intensive Kaschmir-Saphire, ins Violett changierende Tansanite oder lichte Aquamarine lassen das Herz von Schmuckliebhabern höher schlagen. Die Farbsteine sind oft von stattlicher Grösse und werden gekonnt mit anderen Edelsteinnuancen oder Diamanten gemixt. Diese Kompositionen zählen zu den Trendstücken der Saison.

Saphir: Er gilt nach wie vor als der Klassiker

«Blau in allen Schattierungen ist stark im Kommen», sagt Karl Corpataux, Direktor Merchandising Schmuck und Mitglied der Geschäftsleitung von Juwelier Bucherer in Luzern.

Der Klassiker unter den blauen Steinen ist der Saphir, der nun wieder vermehrt nachgefragt werde, so Corpataux. Der Stein der Korund-Familie kommt neben Blau in fast allen erdenklichen Farben vor. Saphire werden in Ländern wie Australien, Birma, Sri Lanka und Thailand in Rosa, Orange, Gelb, Grün, Violett, Braun und sogar Schwarz gefunden. Die unterschiedlichen Farbtöne verdanken sie der Einlagerung von Metalloxiden: Rosa Saphir entsteht durch Chrom, Orangetöne ergeben sich durch Spuren von Eisen und violette Schattierungen durch Eisen und Titan.

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Der Klassiker ist jedoch Blau - von zarten Pastelltönen über Königsblau bis hin zu dramatischem Schwarzblau. Als schönste und wertvollste Variation gilt der tiefblaue Kaschmir-Saphir mit feinem, samtigem Glanz, überhaucht von einem leicht violetten Unterton. Doch diese charaktervollen Saphire sind selten: Die Fundstätten in den Höhen des Himalaja sind bereits seit Jahrzehnten erschöpft, daher werden Kaschmir-Saphire nur noch hin und wieder von spezialisierten Händlern angeboten. Die Schmuckexperten von Bucherer freuen sich über jedes Exemplar, das sie für ausgefallene Schmuckunikate erwerben können.

Tansanit: Er ist bei uns eher unbekannt

Ein blauer Favorit der Schmuckdesigner ist auch der Tansanit, der - wie sein Name schon sagt - in Tansania gefunden wird und ein von einem feinen Hauch Purpur umgebenes Blau aufweist. Die schönsten Varietäten sind von tiefem, intensivem Farbton und sehr selten.

Aquamarin: Er sollte nicht vergessen gehen

Ein weiterer Liebling der Schmuckszene ist der Aquamarin - ein Stein, in dessen Weiten man sich verlieren kann, denn er ist bekannt für seine Klarheit und seine lichte Farbe. Seine Nuancierung reicht von fast farblosem Blassblau bis zu tiefem Meeresblau. Von Kennern ehrfürchtig bewundert werden die Santa-Maria-Aquamarine, die von farbintensiver, feiner Qualität sind. Den Zusatz Santa Maria verdanken sie der gleichnamigen brasilianischen Mine, die zwar schon lange erschöpft ist, aber besonders kostbaren Exemplaren ihren Namen gegeben hat.

Paraiba-Turmalin: Er besitzt Seltenheitswert

Ebenso selten sind Paraiba-Turmaline aus Brasilien, die von einem intensiven, klaren und leuchtenden Blau sind. Die Farbintensität ist es nämlich, die einen Edelstein wertvoll macht: Schöne Farbtöne mit hochwertiger Brillanz und grosser Klarheit sind am höchsten bewertet.

Dank bester Verbindung zu internationalen Steinhändlern gelingt es Bucherer immer wieder, die schönsten Raritäten aufzuspüren. Zum Beispiel offeriert die Linie Cage Ring und Anhänger mit Santa-Maria-Aquamarinen. Hier steht ganz der blaue Edelstein im Mittelpunkt, betont vom Funkeln weisser Diamanten.

Der Fokus auf die Schönheit kostbarer Edelsteine kennzeichnet auch die anderen Schmucklinien von Bucherer. In Pastello kommen zarte Farben in filigranen Designs zusammen: Pastellfarbene, bunte Saphire, darunter sanft hellblaue Exemplare, erzeugen ein schönes, harmonisches Bild. Überhaupt lasse sich Blau gut mit anderen Farben mixen, schwärmt Corpataux. «Blau und Grün in Gestalt von Saphir und Smaragd sind ein wirkungsvolles Duo», sagt der Schmuckfachmann. Auch die Kombination verschiedener Blautöne schafft berauschende Effekte.

Der schönste Partner für blaue Edelsteine ist der Diamant, da er die Farbe betont und hervorhebt. Das gilt auch für die Wahl des Edelmetalls: Weiss ist klassisch und unterstützt mit seiner Klarheit die Wirkung des Steins. «Zu Blau passt am besten Weissgold oder Platin. Vor allem rhodiniertes, poliertes Weissgold erzeugt schöne Farbspiegelungen und belebt die Farbe der Edelsteine», schildert Corpataux. Betont wird ihre kostbare Schönheit bei Bucherer noch durch eine raffinierte, bisweilen fast orientalisch anmutende Formensprache. «Der aktuelle Schmuck ist barock, fantasievoll, prächtig und weist florale Elemente auf», beschreibt Corpataux.

Er selbst hat ebenfalls einen Favoriten unter den blauen Edelsteinen: «Blau ist meine Lieblingsfarbe und am meisten schätze ich den Sternsaphir.» Dieser ausgefallene Saphir zeigt eine sternartige Lichterscheinung, die bei Bewegungen wie magisch über die Oberfläche zu gleiten scheint. Ein Stein, der als Inbegriff aller blauen Edelsteine gelten kann - Schönheit, wie sie vom Himmel gefallen ist.