Die UBS publiziert am Mittwoch, 4. Februar, das Geschäftsergebnis zum vierten Quartal 2025. Gemäss den sieben Analysten, die zum Konsens beigetragen haben, dürfte die Grossbank im letzten Quartal einen deutlichen Anstieg des bereinigten Vorsteuergewinns verzeichnet haben. Auch, weil die Vorjahresbasis, also das vierte Quartal 2024, zu den vergleichsweise schwächeren zählte.
Daraus dürfte ein Geschäftsertrag von 11,782 Milliarden Dollar resultieren. Das Konzernergebnis nach Steuern schätzen die Analysten auf 0,96 Milliarden Dollar - das sind gut 25 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr (0,77 Milliarden Dollar). Damit bewegt sich die Gewinnerwartung in der unteren Hälfte der gschäzten Bandbreite von 0,8 Milliarden bis 1,25 Milliarden Dollar.
Betreffend Dividenden dürfen die Anleger auf einen leichten Anstieg hoffen. Gemäss Konsens soll die Dividende je Aktie 0,99 Dollar betragen. Im Vorjahr belief sich die noch auf 0,90 Dollar je Aktie.
Ein gutes Abschneiden im Investment Banking der US-Banken, welche bereits Zahlen vorgelegt haben, verspricht auch für die UBS Gutes in diesem Bereich. Die Signale für die Vermögensverwaltung aus Übersee waren ebenfalls positiv. Das Vermögensverwaltungsgeschäft der grössten Schweizer Bank dürfte vor allem auch weiterhin vom Vermögenswachstum in Asien profitieren, heisst es unter den Experten.
Kapitalanforderungen bleiben Unsicherheitsfaktor
Ein grosser Unsicherheitsfaktor bleibt die Diskussion über schärfere Kapitalanforderungen, wobei besonders die Forderung des Bundes, Auslandstöchter mit 100 Prozent Eigenmittel zu unterlegen, ein grosses Streitthema ist. Einige Marktbeobachter orten zwar eine jüngst leichte Änderung in der Haltung der Politik und damit das Potential für mildere zusätzliche Kapitalvorschriften als zuletzt vom Bundesrat verlangt. Andere Analysten warnen aber davor, dass das Ergebnis heute nicht absehbar sei und noch für eine geraume Zeit Unsicherheit mit sich bringe.
Eine Gruppe von bürgerlichen Parlamentariern hatte im Dezember einen Kompromissvorschlag vorgelegt, der zwar weiterhin eine vollständige Unterlegung der ausländischen Tochtergesellschaften mit Eigenkapital vorsieht. Allerdings soll die UBS dafür bis zu einem Anteil von 50 Prozent AT1-Anleihen anrechnen können.
Finanzministerin Karin Keller-Sutter hat diesem Kompromiss jüngst in einem Interview mit der «Finanz und Wirtschaft» eine klare Absage erteilt. Auch sei der Vorschlag des Bundesrats «keineswegs extrem», widersprach sie der UBS. Die Grossbank wiederum beharrt weiter auf ihrer Position. Beide Seiten haben sich zuletzt also nicht angenähert.
Höhere Dividende lockt
Die Diskussion rund um die Kapitalausstattung dürfte auch die Kapitalrückführung der UBS an ihre Aktionäre beeinflussen. 2025 hat die Bank wie angekündigt Aktien im Wert von 3 Milliarden Dollar erworben. Auch ist für das Geschäftsjahr 2025 weiterhin eine Erhöhung der Dividende im zweistelligen Prozentbereich vorgesehen, wie zuletzt bekräftigt wurde. Für 2024 erhielten die Aktionäre 0,90 Dollar pro Aktie.
Ab 2026 sollte mit Blick auf Aktienrückkäufe eigentlich wieder das Niveau von vor der CS-Übernahme erreicht werden. 2022 hatte die UBS Aktien im Wert von 5,6 Milliarden Dollar zurückgekauft. Entscheidend ist dabei aber, was in Sachen verschärfter Eigenmittelanforderungen auf die Grossbank zukommt. Deshalb rechnen manche Analysten damit, dass die Bank erneut eine zweigeteilte Guidance präsentiert: jeweils für das erste und das zweite Halbjahr 2026.
Integration der Credit Suisse auf der Zielgeraden?
Bisher ist die Integration der übernommenen Credit Suisse nach aussen hin recht reibungslos verlaufen. Der wichtigste Teil - die Überführung der Kundenkonten in der Schweiz - war nach dem dritten Quartal bereits zu über zwei Dritteln abgeschlossen. Das Ziel von Kosteneinsparungen bis Ende 2025 von 10 Milliarden Dollar im Vergleich zu 2022 wurde bereits ein Quartal früher erreicht.
Die UBS habe einen Grossteil der Integration hinter sich, sagte Ermotti dazu am WEF. «Nun geht es darum, diese Arbeiten fokussiert abzuschliessen.» Es müssten noch Kosten im Umfang von rund 3 Milliarden Dollar, etwa durch den Umbau der IT oder die Umsetzung des angekündigten Stellenabbaus, von der Bilanz genommen werden.
Medienberichten zufolge soll die Belegschaft im Rahmen der Integration von ursprünglich rund 115'000 auf etwa 80'000 Mitarbeitende reduziert werden. Ende September lag die Anzahl der UBS-Mitarbeitenden - gemessen in Vollzeitstellen - bei 104'427 Personen.
Finanzziele bestätigt
Die UBS hatte Ende August 2023 Mittelfristziele bis Ende 2026 kommuniziert und diese im Februar 2024 teils angepasst. Auch nach den Anfang Juni 2025 vom Bundesrat vorgestellten Massnahmen bezüglich höherer Kapitalanforderungen für die UBS wurden diese bestätigt.
Ermotti dürfte seinen Posten Ende 2026, spätestens aber Anfang 2027 abgeben. Bereits zu Beginn der zweiten Amtszeit als UBS-CEO hatte er in Aussicht gestellt, sicher einmal bis Ende der Integration Ende 2026 zu bleiben. Es werden diverse mögliche Nachfolger herumgereicht: etwa die Chef der globalen Vermögensverwaltung Iqbal Khan und Rob Karofsky, Chief Operating Officer Beatriz Martin Jimenez oder Asset-Management-Chef Aleksandar Ivanovic.
Aktie im Aufwind
Die Aktie der UBS hat 2025 rund ein Drittel zugelegt und am 13. Januar 2026 ein Mehrjahreshoch bei 38,39 Franken erreicht - so teuer war sie seit der grossen Finanzkrise nicht mehr. Aktuell kosten die Titel 37,05 Franken das Stück (Stand: Dienstag 14:00 Uhr).
(cash)
Dieser Artikel erschien zuerst bei Cash.
