Für das Königreich Saudi-Arabien ist Aramco eine «Cash Cow», welche der königlichen Familie ihre Macht sichert. Die Top-Manager von Aramco hingegen haben ein recht bescheidenes Leben im Vergleich zu einigen ihrer internationalen Kollegen.

Im vergangenen Jahr erhielten 17 Top-Manager und Mitglieder der Geschäftsführung insgesamt rund 30 Millionen Dollar. Das ist die Hälfte dessen, was die US-Ölriesen Exxon Mobil und Chevron ihren Managern zahlt. Allerdings müssen diese dann noch Steuern zahlen, saudische Staatsbürger hingegen nicht. 

Aramco-CEO Amin Nasser verdiente 2016 mehr als 5 Millionen Dollar, heisst es aus informierten Kreisen – weniger als ein Fünftel des Salärs vom damaligen Exxon-Chef Rex Tillerson. Darüber berichtetet «Bloomberg».

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman will Aramcos Börsenwert auf 2 Billionen Dollar hochtreiben. Dann würde die Regierung ihre Anteile verkaufen, seit 1979 ist Aramco im Staatsbesitz.

Dem mittleren Management wurde jahrzehntelang eingebläut, es gehe nicht um die persönliche Bereicherung, sondern um die Zukunft des Königreichs.

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Geplantes IPO

Bisher hat Aramco keine Vergütungen veröffentlicht. Das könnte sich ändern, sollte der Konzern seine langgehegten Börsenpläne umsetzen. Das IPO war immer wieder verschoben worden. In den nächsten Tagen wird Prinz Mohammed darüber entscheiden, ob genug Geld von saudischen Investoren und reichen Familien für die Kotierung zusammengekommen ist, heisst es aus Insiderkreisen.

Er will Teile des Unternehmens an externe Investoren verkaufen. Damit soll die saudische Wirtschaft diversifiziert werden, die Arbeitslosigkeit und Saudi-Arabiens Abhängigkeit vom Öl sinken. 

Aramco machte letztes Jahr einen Gewinn von 111 Milliarden Dollar - mehr als fünf der grössten Rivalen Exxon, Chevon, Royal Dutch Shell, BP und Total zusammen.

Die Ölumsätze der Firma finanzieren die Mitglieder des Königshauses mit - deren Gesamtvermögen auf mehr als 100 Milliarden Dollar geschätzt wird. 

Rock-Star-Status

The firm’s oil revenues also have long  helped finance the lives of members of the House of Saud, whose collective net worth is estimated at more than $100 billion, according to the Bloomberg Billionaires Index.

Die Top-Manager verdienen eher wenig im Vergleich zu ihren US-Kollegen. Dennoch sind Jobs bei Aramco sehr begehrt in Saudi-Arabien und bieten eine Reihe von Vorteilen, wie Firmenwagen und Chauffeure, Garten- und Hauspflege für höhere Angestellte. Hinzu kommt das hohe Ansehen in der saudischen Gesellschaft: «Wer bei Aramco arbeitet, ist so etwas wie en Rock Star», sagt Jim Krane, Energieexperte bei Rice University’s Baker Institute.

(mlo)