Die Blackbox des Unglückszuges von Santiago de Compostela soll Auskunft darüber geben, was zum Unglück mit 80 Toten in Spanien geführt hat. Die weltweit grösste Herstellerin solcher Datenrecorder ist die HaslerRail AG mit Sitz in Bern.

Ob im verunglückten Zug in Spanien ein Gerät der Hasler Rail im Einsatz war, wollte CEO Alexandre Grêt wegen der laufenden Ermittlungen nicht kommentieren. Doch sein Unternehmen beliefere den spanischen Markt und damit auch Bahnbetreiberin Renfe, sagte er auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

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Mehrere 10'000 Geräte aus dem Hause Hasler Rail zeichnen Daten in Zügen auf - weltweit schätzt Grêt die Zahl der Unfälle vom Ausmass jenes in Spanien auf einen bis zwei pro Jahr. «Sehr viel öfter» würden die Datenschreiber nach kleinen Unfällen ausgewertet. Personenunfälle oder Kollisionen mit Tieren machen das Gros aus.

Die Blackboxen zeichnen neben Zugdaten wie Bränden, Türöffnungen oder Geschwindigkeit auch Daten der Zugsicherung auf. Darunter fallen Ampeln oder Schrankensignale.

Zweite Expertise bei schweren Unfällen

Bei Unfällen werden in der Regel die Behörden aktiv mit der Auswertung der Recorder. «Die zuständigen Personen werden von uns dafür ausgebildet», sagte Grêt.

Bei schweren Unfällen werde meist eine zweite Expertise hinzugezogen. Die Ermittlungen würden auf vier Stufen laufen: Neben den Zugdaten und den Angaben zur Zugsicherung seien auch die Bahnbetreiber und die Verantwortlichen für die Infrastruktur involviert.

«Als privates Unternehmen ist die Hasler Rail unabhängig. Wir sorgen dafür, dass die Unfallauswertung die nötige Transparenz erhält», sagte Grêt. Gleichzeitig bemängelt der CEO, dass die Datenschreiber nur bei Unfällen ausgewertet würden. «Eine regelmässige Kontrolle müsste eigentlich der Fall sein.» Damit liessen sich potenzielle Gefahren frühzeitig erkennen.

(chb/tno/sda)