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Alpiq
«Der Anfang vom Ende des Doppelmandats»

Jens Alder, Verwaltungsratspraesident und Delegierter des Verwaltungsrats, spricht waehrend der Bilanzmedienkonferenz 2019 von Alpiq am Montag, 4. Maerz 2019, in Olten. (KEYSTONE/Alexandra Wey)
Die Hauptaufgabe sei mit den Veränderungen im Aktionariat erledigt, sagt Alder. Damit verkürze sich die Zeit seines Doppelmandats.Quelle: © KEYSTONE / ALEXANDRA WEY

Jens Alder sagt, mit dem Verkauf der EDF-Beteiligung sei der grösste Teil der Aufgaben als CEO und Präsident von Alpiq erledigt.

Von Michael Heim
am 05.04.2019

Er sprach erst, als alle anderen bereits vorgetragen hatten. Jens Alder, der Alpiq-Präsident mit Doppelmandat, hielt sich mit Aussagen deutlich zurück, als die Grossaktionäre am Freitagmittag an einer Medienkonferenz die Transaktion um den Ausstieg von EDF erklärten. Sie hatten die Hauptrolle, nicht er.

Im Anschluss an die Konferenz sagte Alder zur «Handelszeitung», dass seine Rolle nun weniger wichtig werde. Hauptgrund für sein Doppelmandat bei Alpiq sei gewesen, dass er in unruhigen Zeiten für «Stabilität und Kontinuität» habe sorgen wollen. Mit dem Einstieg des Credit-Suisse-Fonds CSA Energie-Infrastruktur Schweiz (CSA) als neuer Grossaktionär sei die Stabilität gesichert. Damit falle der wichtigste Grund für das Doppelmandat weg.

Das Doppelmandat verkürze sich, sagt Alder

«Das ist der Anfang vom Ende des Doppelmandats», sagt Alder. Dieses habe sich nun sicher merklich verkürzt. Mit einer Änderung noch im laufenden Jahr könne man aber noch nicht rechnen, so Alder.

An der Medienkonferenz wurde klar, dass das komplizierte Verfahren um den Verkauf des EDF-Anteils auf eine Bedingung der Franzosen zurück ging. Damit der Verkauf möglich wurde, mussten die in einem Vertag gebundenen Aktionäre dem Verkauf zustimmen. Völlig frei wäre EDF erst ab 2021. Offenbar stellte EDF im Gegenzug die Bedingung auf, dass die Aktien an Mitglieder des Konsortiums übertragen würden und nicht an den neuen Investor, den CS-Fonds.

Und so kaufen die Aktionäre EBM und EOS nun zunächst mit Mitteln von CSA die von EDF gehaltenen Aktien, um sie dann anschliessend an den Geldgeber weiterzugeben.

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Noch wenig Klarheit besteht darüber, wie es dereinst den Privataktionären geht, die Aktien über die Börse halten. Betont wurde heute nur, dass sie anderen Verkäufern – sprich: EDF – nicht schlechter gestellt werden sollen. EDF verkauft ihre Aktien zu 70 Franken, was einem deutlichen Abschlag auf dem Buchwert entspricht. Das dürfte nicht allen Anlegern gefallen.

Wann genau die angekündigte Dekotierung der Aktien stattfinden wird, wurde genau so wenig kommentiert, wie die Frage, was passieren wird, wenn nur wenige Anleger ihre Aktien andienen. Ebenso unklar bleibt, wer diese Aktien kaufen wird. Fest steht nur: Alpiq selber wird keinen Aktienrückkauf tätigen, da dafür die Mittel schlicht nicht vorhanden sind, wie Alder erklärt.

Wer kauft die Aktien der Privatanleger?

Unter den institutionellen Minderheitsaktionären von Alpiq scheint es zwar bereits Absprachen zu geben, wie die Aktien dereinst verteilt würden. Konkrete Aussagen wurden dazu heute jedoch nicht gemacht. Informell war zu erfahren, es werde eine Aufteilung mit je einem Drittel zwischen den Grossaktionären EOS und CSA sowie dem Block der Schweizer Minderheitsaktionäre angestrebt. Bisher bestätigt ist nur, dass CSA die 25 Prozent der EDF übernimmt.

An der kommenden Generalversammlung der Alpiq dürften die Vertreter von EDF bereits durch Abgesandte von CSA ersetzt werden. Dass die Franzosen noch vor kurzem einen neuen Kandidaten zur Wahl vorschlugen, sei wohl eine EDF-interne Panne gewesen, sagt Alder. «Das wird wahrscheinlich die kürzeste Karriere eines Verwaltungsrates.»