Der Stromkonzern Alpiq geht ganz in Schweizer Hände über. Die Electricité de France (EDF) verkauft ihren Anteil von 25 Prozent zu gleichen Teilen an die bisherigen Aktionäre Primeo Energie und EOS Holding. Die Alpiq-Aktie soll «letztlich» von der Börse genommen werden.

Der Kaufpreis für die EDF-Beteiligung beträgt rund 489 Millionen Franken oder 70 Franken je Alpiq-Aktie. Nach der Transaktion hält das Konsortium der Schweizer Aktionäre von Primeo Energie - die vormalige EBM - sowie der EOS und der CSA Energie Infrastruktur 88 Prozent an Alpiq, wie das Unternehmen sowie die Aktionäre am Freitag mitteilten.

Kein Pflichtangebot

Primeo Energie sowie EOS hätten so «den Weg für eine Schweizer Eigentümerstruktur von Alpiq geebnet», schreiben die Schweizer Aktionäre. Finanziert wird der Kauf mittels Pflichtwandeldarlehen von der CSA Energie-Infrastruktur Schweiz (CSA), in der 135 Schweizer Pensionskassen investiert sind. Die Pflichtwandeldarlehen würden bei Fälligkeit in Alpiq-Aktien umgewandelt.

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Aufgrund eines «Opting-outs» der Gesellschaft löst die Transaktion laut der Mitteilung kein Pflichtangebot an die anderen Aktionäre aus, wie es weiter heisst. Der Erwerb der Aktien bedarf noch der Zustimmung des deutschen Bundeskartellamtes. Die Alpiq-Aktie war am Donnerstagabend an der Schweizer Börse SIX bei 65,20 Franken aus dem Handel gegangen, im laufenden Jahr hat sie bereits rund 15 Prozent an Wert eingebüsst.

Stark verkleinert

Alpiq hatte im vergangenen Jahr sein Dienstleistungsgeschäft an den französischen Baukonzern Bouyges verkauft und sich damit stark verkleinert. Per Ende 2018 war die damalige Konzernchefin Jasmin Staiblin aus dem Unternehmen ausgeschieden. Seither wird das Stromunternehmen von Jens Alder operativ geführt, der bereits Verwaltungsratspräsident des Unternehmens ist.

Das Unternehmen werde vermehrt langfristige Abnahmeverträge abschliessen, heisst es in der Mitteilung der Aktionäre. Da die Schweizer Energiestrategie den langfristigen Ausstieg aus der Kernenergie beinhalte, werde sich Alpiq in der Schweiz vor allem auf die Erhaltung und Weiterentwicklung der Wasserkraft konzentrieren. Das Europageschäft liefere allerdings weiterhin «stabile Beiträge», heisst es beim Unternehmen.

(awp/tdr)

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