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Franz Carl Weber
Der «Franzki» und die Männer mit dem Bobby Car

Geschäftsführung der Simba Dickie Group
Boys'R'Us: Simba-Dickie-Geschäftsführer Michael Sieber (Mitte), COO Uwe Weiler (links) und Finanzchef Manfred Duschl (rechts).Quelle: ZVG

Der deutsche Spielzeug-Hersteller Simba Dickie besitzt neu ein Drittel am Spielwaren-Händler Franz Carl Weber. Wer sind die Deutschen?

Marcel Speiser
Von Marcel Speiser
am 24.07.2018

Was haben Big-Bobby-Cars, Tamiya-Modellautos, Eichhorn-Holzspielsachen, Noris-Brettspiele, Smoby-Spielhäuser und Aquaplay-Wasserspiele gemeinsam? Sie gehören alle unter das Dach des deutschen Spielzeug-Herstellers Simba Dickie Group (SDG) mit Sitz in Fürth nahe Nürnberg. Und zusammen mit FDP-Nationalrat und Digitec-Mitgründer Marcel Dobler und Franz-Carl-Weber-Chef Yves Burger ist die SDG seit letzter Woche Mitbesitzerin des Schweizer Spielwarenhändlers Franz Carl Weber.

Am kommenden Donnerstag stellen sich die neuen Besitzer zusammen der Öffentlichkeit vor. Ihnen gehört der neue «Franzki» je zu einem Drittel. Die Investoren haben das Unternehmen, das Philippe Gaydoul 2006 an die französische Spielwaren-Händlerin Ludendo verkauft hatte, in einem Buy-Out letzte Woche aus der Konkursmasse von Ludendo herausgekauft.

645 Millionen Euro Umsatz

Doch wer steckt hinter der SDG? Kopf des mittelständischen Unternehmens ist der 62-jährige Unternehmer Michael Sieber. Er gründete Simba 1982 zusammen mit seinem Vater als Importeurin von Spielwaren aus Fernost. Damals beschäftigte die Firma fünf Angestellte. Heute arbeiten für die SDG fast 3000 Personen und erwirtschafteten 2017 einen Jahresumsatz von 645 Millionen Euro. Das Unternehmen gehört damit zu den Top-5 der Spielwarenhersteller in Europa.

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Produktion eines Bobby Car.
In der Blasform-Maschine: ein Bobby Car entsteht.
Quelle: ZVG

Gewachsen ist die SDG insbesondere mit Zukäufen. Patron Sieber stemmte seit der Firmengründung 15 Übernahmen und machte seine Firma mit jedem Deal mehr zu einem Spielzeug-Hersteller und weniger zu einem Spielzeug-Importeur. Meist investierte Sieber in angeschlagene Unternehmen und päppelte diese wieder auf. 2004 kaufte er den deutschen Hersteller Big und damit die ikonischen Bobby Cars.

Zuletzt kaufte Sieber einen Hersteller von Schülerbedarf und investierte in diverse Unternehmen, die sich auf Trickfilme und Animationen spezialisiert haben – ein Versuch, sich wenigestens ein bisschen gegen die Unwägbarkeiten des Spielzeugmarktes abzusichern. Mit den Videos will Sieber insbesondere SDG-Produkte in Trickfilmen auf Youtube bewerben.

Mit dem Engagement bei Franz Carl Weber investiert Sieber nun erstmals in einem Spielzeughändler – und steckt damit Geld in die Vertikalisierung des Geschäfts.

Auch Märklin gehört den Siebers

Das wohl mit Abstand bekannteste Produkt aus Michael Siebers grossem Spielwaren-Reich sind aber die Märklin-Modeleisenbahnen.

Das traditionsreiche deutsche Unternehmen ging 2009 pünktlich zum 150-Jahr-Jubiläum Pleite. Ein Insolvenzverwalter sucht dann vier Jahre lang vergeblich nach einem Käufer – bis 2013 schliesslich Sieber zugriff. Er integrierte Märklin aber nicht in die SDG, sondern hält Märklin als privates Investment – über die Firma Sieber & Sohn – zusammen mit seinem Sohn Florian. Der 33-Jährige amtet als Geschäftsführer bei Märklin.

Aktuell arbeitet Märklin mit soliden Finanzen und kann den Umsatz bei leicht über 100 Millionen Euro stabil halten.

Umkämpfter Spielzeugmarkt

Der Spielzeugmarkt ist in der Schweiz hart umkämpft. Grösster Händler ist das irische Unternehmen Smyth Toys, das die Geschäfte von Toys'R'Us übernommen hat. Die Nummer 2 bei den Fachhändlern ist Franz Carl Weber. Das Gros des Umsatzes läuft aber über Grossverteiler, Warenhäuser und Online-Shops.