Auch wenn die Finanzkrise vor allem mit Milliardenverlusten bei Banken in Erinnerung geblieben ist - zu den grössten Opfern zählen auch Versicherungen. Die Rettung der US-Gesellschaft AIG kostet laut einem Bericht des Special Inspector General of the Troubled Asset Relief Program die Steuerzahler 40 Milliarden Dollar.

Selbst die Swiss Re hatte aus Absicherungsgeschäften für einen Kunden einen Verlust von über 1 Milliarde Franken zu beklagen und konnte nur durch eine Notkapitalanlage von Warren Buffetts Berkshire Hathaway, eigentlich ein Konkurrent, vor weiteren Problemen mit Rating-Agenturen und Kunden geschützt werden.

In der Schweiz sind viele Jobs vakant

Entsprechend hoch ist der Bedarf nach Fachleuten, wie ein Blick auf offene Stellen verrät. Bei Swiss Life sind vier Jobs im Risikomanagement offen; mehr als in den meisten anderen Bereichen, lediglich Verkauf/Beratung sucht mehr Personal. Bei Zurich Financial Services (ZFS) sind 22 Stellen im Risk Engineering vakant, bei Swiss Re sind es ein Dutzend und bei AXA Winterthur zwei Positionen.

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«Die Nachfrage nach Risikomanagern ist momentan gross», sagt Olivier Michel, Sprecher bei der AXA. «Aber trotz des ausgetrockneten Marktes konnten wir diese Stellen jeweils innerhalb der vorgesehenen Zeit besetzen.» Die AXA sorgt für einen «in-flow» von Talenten und Nachwuchskräften: So gibt es ein Graduate Program, hinzu kommen Rekrutierungen direkt ab Fachhochschulen oder Hochschulen sowie Weiterbildung «on the job». Michel ergänzt: «Am Business College der AXA University in Paris bietet das Professional College Risk Management ebenfalls Kurse an. Zudem unterstützt und fördert die AXA auch entsprechende externe Ausbildungen wie jene zum Aktuar oder zum Chartered Financial Analyst.»

Sylvia Gäumann, Sprecherin von ZFS, erklärt: «Risikomanagement ist eine Kernkompetenz von Zurich, darum stärken wir unsere Risikomanagement-Kompetenzen ganz gezielt. Als global tätige Versicherung sind wir laufend auf der Suche nach talentierten Risikomanagern.» Bei Zurich Financial Services habe man interne Talentmanagement-Prozesse, um Risikomanagement-Talente in den eigenen Reihen zu identifizieren sowie zu fördern. «Obwohl wir auch extern Ausschau halten, ziehen wir es vor, unsere Risiken von eigenen Fachleuten managen zu lassen, die wir entsprechend ausgebildet und gefördert haben», fügt Gäumann hinzu.