Die Geschichte von Tesla ist eine der Extreme, vielleicht auch, weil Firmenchef Elon Musk oft ein Mann der Extreme ist. Am Dienstag vermeldet das Unternehmen das erste Mal einen Milliardengewinn – 1,114 Milliarden Dollar stehen unter dem Strich. Es reicht ein Blick zurück über die vergangenen zwei Jahre, als dort noch ein fast ebenso grosses Minus prangte. 

Tesla wird nicht umsonst oft eher als Tech-Konzern den als Autohersteller angesehen, offensichtlich sind doch die Parallelen zum Beispiel mit Amazon und Apple. Nicht nur, dass alle Unternehmen von dominanten Konzernchefs geprägt wurden, die für ihre Schonungslosigkeit gegenüber sich selbst, aber vor allem ihren Mitarbeitenden bekannt wurden. Bei allen erschien das Geschäftsmodell auch über lange Jahre eher eine riskante Wette denn eine Goldgrube. 

Ist hier für Tesla die Zeitenwende gekommen? Unter dem Strich steht eine Milliarde im zweiten Quartal, es ist das achte positive Quartal in Folge. Und Tesla zählt zur globalen Elite, nach Marktkapitalisierung zu den zehn grössten Firmen der Welt. 

Interessant ist dabei, dass sich nicht nur der Gewinn, sondern auch die Profitabilität von Tesla positiv entwickelt. Die härtere Währung ist hier die operative Marge. Tesla konnte sich hier noch einmal deutlich steigern und liegt jetzt bei 11 Prozent. Damit dürfte der US-Autobauer auch in dieser Kategorie Einzug in die Weltspitze halten, denn auch Premiummarken wie Daimler, Mercedes und Audi liegen üblicher weise nicht höher.

Eine grosse Herausforderung für Tesla besteht darin, seine Produktion entsprechend der Nachfrage zu skalieren. Aus diesem Grund produziert das Unternehmen nicht nur Autos unter Hochdruck, sondern baut global ein Netzwerk an Produktionsstätten. In Nevada und in Shanghai sind die Werkstätten bereits in Betrieb, in Brandenburg bei Berlin wurde kürzlich der Grundstein gelegt. 

Es ist wenige Jahre her, seitdem Tesla nicht mehr als ein paar Tausend Fahrzeuge pro Jahr herstellen konnte. In diesem Quartal hat das Unternehmen die 200'000 übertroffen. 

Allerdings ist es wichtig, die Zahl in Relation zu sehen. Nicht nur hat zum Beispiel Volkswagen allein im Juni mehr als doppelt so viele Autos produziert (444'000), auch bei den E-Autos ist VW Tesla auf den Spuren. Im ersten Halbjahr produzierte der deutsche Autobauer 170'000 E-Autos und gut noch einmal so viele Hybridfahrzeuge. Im Gesamtjahr 2021 will VW das erste Mal die Million bei den E-Autos knacken.