Der Grossbank UBS droht laut Insidern in Italien ein Prozess. Italienische Staatsanwälte hätten Ermittlungen gegen die Tochter UBS Europe wegen möglicher Geldwäsche und Behinderung der Arbeit der Aufsichtsbehörden abgeschlossen, sagten zwei mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Staatsanwaltschaft dürfte nun Anklage erheben und einen Prozess beantragen, hiess es weiter. Hintergrund ist eine Untersuchung gegen den kleinen Vermögensverwalter Sofia SGR. Die Staatsanwälte prüften, ob Sofia Betrug begangen habe, indem die Gesellschaft 117 Kunden überdurchschnittliche Gebühren auferlegte und Interessenkonflikte bei Geschäften, die den Kunden Verluste einbrachten, nicht offenlegte. Gegen UBS Europe wurde ermittelt, weil die Bank an den Produktverhandlungen beteiligt gewesen sei.

Sofia wurde inzwischen liquidiert

Den Insidern zufolge hätten neben UBS Europe und Sofia auch 23 Personen im Visier der Justiz gestanden, darunter der frühere Italien-Chef der UBS. Gemäss italienischem Gesetz können die beiden Firmen für die Handlungen ihrer Mitarbeiter zur Rechenschaft gezogen werden. Sofia wurde inzwischen liquidiert und ein Teil ihrer Vermögenswerte vom italienischen Vermögensverwalter Azimut geschluckt.

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Die UBS erklärte, die Bank äussere sich nicht zu laufenden Verfahren. Ein Sprecher von Innocenzi lehnte eine Stellungnahme ab.

Auch Italien verlangt Informationen über UBS-Kunden

Italiens Steuerbehörden haben eine Anfrage an die Eidgenössische Steuerverwaltung gestellt. Experten sprechen von einem «Pilotfall». Mehr hier.

(awp/gku)