Der ehemalige Leiter der Vermögensverwaltung der UBS, Jürg Zeltner, wird unterrichteten Kreisen zufolge aus dem Aufsichtsrat der Deutschen Bank ausscheiden.

Die Aufsichtsbehörden hatten wegen seiner Ernennung Bedenken angemeldet und ihn informierten Kreisen zufolge vor die Wahl gestellt, seine Position als Chef von KBL European Private Bankers zu behalten – oder das Aufsichtsratsmandat in Frankfurt.

Zeltner entschied sich für die Bank aus Luxemburg. Als Chief Executive Officer leitet er bei KBL auch das Wealth Management, sodass die Bankenaufsicht Interessenskonflikte befürchtete, wie «Bloomberg» erfuhr.

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Die Deutsche Bank lehnte eine Stellungnahme ab. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat auf Anfragen mit der Bitte um Stellungnahme nicht unmittelbar reagiert. Vertreter von Zeltner und der EZB lehnten einen Kommentar ab.

Zeltner war in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank berufen worden, um die Interessen der katarischen Königsfamilie zu vertreten. Sie ist Eigentümer von KBL und gleichzeitig auch grösster Aktionär der Frankfurter. Seine Ernennung erfolgte kurz nachdem die Deutsche Bank das grösste Umstrukturierungsvorhaben ihrer jüngeren Geschichte vorgestellt hatte.

Bis 2018 bei der UBS

Der UBS hatte Zeltner im Januar 2018 den Rücken gekehrt. Kurze Zeit später stand er mit der Deutschen Bank in Kontakt bezüglich einer möglichen Führungsrolle. Die Gespräche verliefen jedoch im Sande, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten.

In diesem Jahr ging Zeltner dann bei KBL an Bord. Er leitet nun ein Geschäft, dass mit Instituten wie auch der Deutschen Bank um reiche Kunden konkurriert. Das Wealth Management ist einer der Bereiche, die Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing zum Schwerpunkt für das künftige Wachstum auserkoren hat.

KBL bietet über verschiedene Tochtergesellschaften in ganz Europa überwiegend Private-Banking-Dienstleistungen an, in Deutschland über die Tochter Merck Finck Privatbankiers. Das verwaltete Vermögen der Gesellschaft belief sich Ende letzten Jahres auf 60 Milliarden Euro, verglichen mit 200 Milliarden Euro im Wealth-Management-Bereich der Deutschen Bank.

(bloomberg/mlo)