Über die Hälfte der Schweizer kaufen mindestens einmal pro Monat Waren und Dienstleistungen im Internet. Besonders häufig schlagen Millenials zwischen 25 und 34 Jahren online zu.

«Unserer Schätzung zufolge liegt der Wert aller über das Internet bezogenen Waren und Dienstleistungen in der Schweiz im vergangenen Jahr bei rund 12,2 Milliarden Franken», sagt Thomas Rudolph, Direktor des Forschungszentrums für Handelsmanagement der Universität St.Gallen.

 

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Dabei gaben die Onlineshopper im Schnitt letztes Jahr rund 164 Franken aus, wie eine neue Internetstudie der Universität St.Gallen besagt.

Die Schweiz ist Zalandoland

Doch wo floss dieses Geld hin? Fragen Sie sich selbst: Bei welchen Onlinehändlern haben Sie im vergangenen Jahr am meisten eingekauft? Bei Zalando

Die Schweiz ist ein Zalando-Land. Das war auch schon vor zwei Jahren der Fall. Aber zwischen 2017 und 2019 konnte Zalando seinen Vorsprung gegenüber den anderen Onlineshops sogar noch ausbauen. Auf dem zweiten Rang folgt Amazon, eines der grössten Unternehmen der Welt.

Onlineshopping

In diesen Onlineshops wird am meisten eingekauft: Die Auf- und Absteiger 2018 im Schweizer Onlinehandel.

Quelle: Universität St. Gallen

Coop verliert

Erst nach den beiden ausländischen Giganten an der Spitze der beliebtesten Onlineshops der Schweiz folgt der erste Einheimische –  die Migros-Tochter Digitec. Danach folgen (neben Ricardo) wieder ausländische Anbieter, namentlich Wish und AliExpress. Auch sie konnten in der Schweiz zulegen. Galaxus befindet sich auf dem neunten Platz bei den Onlineshops

Die Studie

Verloren haben heimische Player wie Ricardo, Ex Libris oder Coop. Ex Libris rutschte gegenüber 2017 vom 5. auf den 8. Rang ab. Dafür ist in der Top 20 wiederum ein Schweizer Onlinehändler neu dabei – Microspot, das zu Coop gehört.

Weitere Neuzugänge bei den beliebtesten zwanzig Onlineshops in der Schweiz sind etwa Orell Füssli oder die Buchungsplattform der Swiss.

Opfer Buchhändler

Der grösste Verlierer ist Weltbild. Gleich um sechs Plätze rutscht der Buchhändler ab. «Diese Entwicklung bestätigt erneut, dass der E-Commerce vor allem Buchhändlern immer noch stark zu schaffen macht», sagt Thomas Rudolph. Mehr noch als Ex Libris verliert Coop – vier Plätze. 

Die Studie des Forschungszentrum für Handelsmanagement an der Universität St.Gallen, für die rund 1300 Schweizer online nach ihrem Einkaufsverhalten im Internet befragt wurden, zeigt aber noch andere Aspekte des Onlinehandels auf. 

Auswahl vor Preis

Bei der Zufriedenheit mit dem Onlineeinkauf liegt Digitec Galaxus an erster Stelle. Auch Ex Libris holte gute Noten von den Nutzern. In puncto Kundeninspiration sind die Schweizer nicht nur auf den Preis aus: Wichtiger sei die Produktauswahl in den Onlineshops, sagen die Befragten. 

Neben den Webshops verwenden die Mehrheit der Onlineshopper auch Shopping Apps. Die beliebteste ist dabei die Migros-App. Das habe wohl auch mit der Einbindung nützlicher Funktionen in die App wie die Cumulus-Kundenkarte, die Aktionsübersicht, die Einkaufsliste oder dem digitalen Portemonnaie zu tun, erklärt Handels-Spezialist Rudolph. Mitbewerber Coop landet bei den beliebtesten Shopping-Apps auf dem zweiten Platz, gefolgt von Zalando.

app

Neben den Onlineshops hat die Studie auch die beliebtesten Apps ausgewertet: Dort führt die Migros, wohl auch wegen den Cumulus-Punkten auf der App.

Quelle: Universität St. Gallen

Bei der Gestaltung der Apps sind andere Anbieter als die beliebesten aber kreativer und inspirierender. So überzeugt der Inspirationssieger QoQa «mit kuratierten Schnäppchenangeboten, die in einer Designer-App nur einen Fingertipp von inspirierenden Blog-Beiträgen entfernt sind», sagt Kristina Kleinlercher, Koautorin der Internetstudie 2019.

Aber auch Zalando und H&M machen in Sachen User Experience einen guten Job. Zwar nicht ganz so fancy, dafür verlässlich sei die SBB-App sagen die User.

Mehr Zeit, mehr Geld

Der Schweizer Onlinehandel verzeichnet auch im vergangenen Jahr einen neuen Rekord, die Absätze stiegen um rund 10 Prozent. Getrieben werde dieser Rekord von einem erneut gestiegenen durchschnittlichen Ausgabebetrag, so die Forscher. Dieser hat um rund sieben Franken zugenommen.