Facebook, Twitter, Instagram: Soziale Netzwerke gibt es einige. Das derzeit angesagteste jedoch dürfte vielen Schweizern noch kaum ein Begriff sein: Snapchat. Kein Wunder: Das Gros der weltweit über 150 Millionen Nutzer ist jünger als 25 Jahre. Die Erfolgsstory des kalifornischen Startups beeindruckt. Erst vor fünf Jahren wurde Snapchat aus der Taufe gehoben, schon bald soll es an die Börse. Das Ziel von Gründer Evan Spiegel ist ein Börsenwert von bis zu 25 Milliarden Dollar (24,7 Milliarden Franken). Damit wäre Snapchat teurer als so manches Schweizer Traditionsunternehmen (siehe Video oben).

Die App funktioniert ganz anders als alle anderen sozialen Netzwerke. Verschickte Fotos und Videos lassen sich nicht speichern, sondern verschwinden nach nur wenigen Sekunden. Bei Facebook und Twitter existieren Posts hingegen für die Ewigkeit.

Umsatz von Snap soll auf 1 Milliarde steigen

Geht es nach Experten, dürfte der Umsatz von Snap – so der Name des Unternehmens hinter der App Snapchat – im kommenden Jahr rund 1 Milliarde Dollar Umsatz machen. Zum Vergleich: 2015 waren es gerade mal 60 Millionen Dollar. Den Börsengang leiten sollen die beiden New Yorker Grossbanken Morgan Stanley und Goldman Sachs. Auch die Credit Suisse ist dabei.

Ob das Unternehmen auch Gewinne einfährt, darf bezweifelt werden und ist nicht bekannt. Klar ist indes, dass sich mit dem Kanal Snapchat für Werbetreibende ganz neue Möglichkeiten ergeben. So erreichte etwa die Kampagne des Fastfood-Restaurants Taco Bell, in der ein Taco die Gesichter von fotografierten Nutzern zeigte, angeblich rund 225 Millionen Views.

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Snapchat gegen Facebook

Schon heute hat Snapchat mehr Nutzer als der Kurznachrichtendienst Twitter, der ohnehin kaum noch wächst. Ein erfolgreicher Börsengang wäre für Unternehmensgründer Evan Spiegel auch ein Sieg über Facebook: Mark Zuckerberg hatte vor drei Jahren rund 3 Milliarden Dollar für Snapchat geboten. Spiegel lehnte ab – und wurde dafür seinerzeit heftig kritisiert.

Doch aufgepasst: Zwar wäre der Snapchat-Börsengang der grösste der US-Techszene seit dem IPO von Twitter im Jahr 2013. Doch gerade die Börsenentwicklung des einst gefeierten Kurznachrichtendienstes gibt Anlass zur Zurückhaltung. Nach dem zwischenzeitlich Kurshoch von rund 50 Dollar Anfang vergangenen Jahres ging es zuletzt  vor allem bachab. Heute ist die Twitter-Aktie weniger als 17 Dollar wert. Gerüchte um eine Übernahme von Google oder Microsoft sorgten an der Börse zuletzt lediglich für ein Strohfeuer.