Letzte Woche kündigte der Schweizer Luxusdesigner Philipp Plein an, Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum in seinem Onlineshop, aber auch im stationären Handel zu akzeptieren. Damit ist Plein das erste grosse Fashionlabel, welches Kryptowährungen akzeptiert.

Wobei sich Plein selbst als «Krypto-König» bezeichnet und damit auch einen PR-Stunt für sein Label eingefädelt hat. «Ich glaube an die Zukunft von Kryptowährungen», schreibt er auf Instagram. 

Der Schritt von Plein scheint unvermeidbar für die Modeindustrie zu sein. Die Beliebtheit von Kryptowährungen als Investitionsobjekt nimmt weiter zu – und allenfalls möchte sich ein zu Geld gekommener Krypto-Millionär etwas Hübsches zum Anziehen aus seinem Vermögen kaufen. 

Die Marktkapitalisierung von Bitcoin belief sich am Anfang der Woche auf 870 Milliarden Dollar. Das ist ein Anstieg von fast 60 Prozent im 2021. Modefans entpuppen sich als Avantgardisten und deshalb ist es nicht verwunderlich, dass sie sich auch für Krypto interessieren. Marken wie Louis Vuitton oder Rimowa haben bereits mit NFT's (non-fungible tokens) experimentiert. 

Imageschaden befürchtet

Trotzdem befinden sich die grossen Luxuskonzerne wie LVMH oder der Schweizer Gigant Richemont noch in einer beobachtenden Haltung und haben sich bisher nicht konkret dazu geäussert, wie sie mit dem Thema Krypto umgehen wollen. Auf Online-Plattformen kann man zwar Uhren der Konzerne teilweise schon mit Bitcoin oder Ethereum bezahlen, dieser Vorstoss kommt aber vom Händler selbst. 

Wie viele Kunden solche Möglichkeiten tatsächlich nutzen, ist unklar. Zahlreiche Besitzer von Kryptowährungen betrachten diese als Vermögenswert für Investitionen und Spekulationen, aber nicht als Zahlungsmittel. Die Möglichkeit, mit Kryptowährungen zu zahlen, ist für gewisse Unternehmen vor allem ein PR-Stunt fürs Image, allen voran Tesla. 

Spannender sind NTF's

LVMH und Richemont zögern, weil die Volatilität sowie die Transaktionsgebühren von Bitcoin und Co. noch immer zu hoch sind. Dazu kommt die ökologische Verantwortung, die mit der ungeheuren Rechenleistung von Krpytowährungen noch immer zu wünschen übrig lässt. Da wollen sich die Luxuskonzerne, die sich schon bei der Herstellung ihrer Kleidung mit diesem Thema befassen müssen, nicht auf Experimente einlassen. Sie öffnen sich noch nicht vollständig gegenüber Kryptowährungen, aber sehr wohl dem Thema Blockchain.

So hat LVMH, Prada und Richemont das Aura Blockchain Consortium gegründet und stellt auch Überlegungen an, Uhren auf der Blockchain zu zertifizieren. Das Interesse der Luxusmarken könnte eher bei den NFT's liegen. Junge Konsumenten vermischen die physische und digitale Welt zunehmend.

Mit NFT's können Marken Kooperationen in die Kunstwelt oder die Bezahlung von animierten Kleidungsstücken zusätzlich pushen. Dort geht dem Konsumenten aber nicht darum, das Kleidungsstück in der Boutique tatsächlich mit Bitcoin zu bezahlen, sondern durch Smart Contracts an seltene Designerteile zu gelangen.