Das Gerücht steht schon lange im Raum. Doch nun verdichten sich die Hinweise: Apple entwickelt eine Alternative zur Suchmaschine von Google. Dieser Meinung ist zumindest die «Financial Times».

Wie kommt die «FT» zu dieser These? Mit dem neusten Update des Betriebssystems iOS, iOs 14, führt Apple erstmals eigene Suchresultate auf, wenn die Nutzerinnen Fragen eintippen. Ein weiteres Indiz: Apple zeigt auf der Standardanzeige der iPhones, dem «Today View», nun eigene Nachrichtenschlagzeilen, und nicht mehr die Vorschläge von Google Search.

Diesen wichtigen Neuerungen könnte ein grossangelegter Angriff auf Googles Suchmaschinengeschäft folgen.

Google-Search-Chef wechselte zu Apple

Das nötige Know-how für einen solchen Schachzug hat sich Apple schon gesichert: Vor zwei Jahren warb der Konzern den Leiter von Google Search ab, John Giannandrea.

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Und das Apple jetzt handelt, ergibt Sinn. Denn Google ist im Visier der Wettbewerbsbehörden, und dies gleich auf zwei Kontinenten: Nach der Europäischen Union hat letzte Woche auch das US-Justizministerium eine Untersuchung gestartet.

Falls die Regulatoren Apples Zusammenarbeit mit Google einschränkten, hätte der iPhone-Hersteller eine eigene Suchmaschinen-Lösung in der Hinterhand.

Experten verweisen auch auf die rege Aktivität von Applebot, dem «Web Crawler», mit dem Apple das Internet durchforstet und Informationen sammelt. Diese Suchergebnisse könnten die Grundlage für eine Suchmaschine bilden.

Applebot habe in den letzten Wochen unzählige Male die Websites seiner Klienten besucht, sagte Digitalmarketing-Spezialist Suganthan Mohanadasan der «FT»: «Das bedeutet, dass sie mehr Daten zu sammeln versuchen.»

Google dominiert die Internetsuche

Allerdings dürfte es für Apple schwierig werden, Googles zentrale Rolle bei der Internetsuche zu bedrohen. Der Rivale aus dem Silicon Valley erhält Hunderte Millionen Suchanfragen pro Minute. Andere Suchmaschinen wie Bing von Microsoft oder DuckDuckGo erhalten nur einen Bruchteil davon. Dieses unglaubliche Volumen verleiht Google einen zentralen Wettbewerbsvorteil.

(mbü)