Der Hörgeräte-Hersteller Sonova steigt in das Geschäft mit Köpfhörern ein. Der Weltmarktführer übernimmt für 200 Millionen Euro die Sennheiser Consumer Division, wie das Unternehmen aus Stäfa am Freitag mitteilte. Das Geschäft erwirtschafte mit rund 600 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 250 Millionen Euro. Sonova finanziert die Transaktion aus bestehenden Mitteln.

Sennheiser hatte im Februar bekannt gegeben, dass man sich aufs Profi- und Business-Communications-Geschäft konzentrieren wolle. Der legendäre High-End-Audiokonzern aus der Region Hannover hatte zuvor schon den Produktbereich mit den Gaming-Headsets verkauft: Sie ging an die dänische Demant Group (die im Bereich Hörgeräte zu den Hauptkonkurrenten von Sonova gehört). Der Konzern verkauft die Headsets nun unter dem Namen «Epos Sennheiser».

Kunden «frühzeitig erreichen»

Sennheisers Konsumelektronik-Sparte mit Kopfhörern und Soundbars wird nun also von Sonova weitergeführt. Die Schweizer werden für die Marke Sennheiser einen unbefristeten Lizenzvertrag zu marktüblichen Konditionen abschliessen.

Mit der Übernahme will Sonova «insbesondere im schnell wachsenden Markt für True-Wireless-Kopfhörer und im aufstrebenden Segment sprachoptimierter Hearables» ausgreifen, so die Mitteilung aus Stäfa. Zudem werde dadurch das Vertriebsnetz und die Kundenbasis erweitert.

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«Der schnell wachsende Markt für persönliche Audiogeräte entwickelt sich rasant weiter», sagt Sonova-CEO Arndt Kaldowski: «Wir werden unsere audiologische Expertise mit dem Know-how von Sennheiser im Bereich Sound, dem guten Ruf der Marke sowie ihren hochwertigen Produkten verbinden. So wollen wir unser Angebot erweitern und Menschen auf ihrem Weg zu gutem Hören schon frühzeitig erreichen.»

Die Transaktion muss noch von den Regulierungsbehörden genehmigt werden und solle in der zweiten Hälfte 2021 abgeschlossen werden.

(reuters/gku/rap)