Die Lufthansa-Manager dürften Luftsprünge gemacht haben, als im Jahre 2005 die Übernahme der Swiss besiegelt wurde.

Die Schweizer Airline holten sich die Deutschen zum Schnäppchenpreis von 310 Millionen Euro. Dabei entpuppte sich die Airline bereits ein Jahr später als Juwel: Die zuvor defizitär fliegende Swiss brachte einen Gewinn von 263 Millionen Franken. Zuletzt stieg der operative Gewinn auf 561 Millionen Franken.

Fast 20 Prozent Gewinn kommt von der Swiss

Die Swiss ist damit die Cashcow im Lufthansa-Konzern. Sie sorgt aktuell zwar bloss für rund 12 Prozent des Umsatzes, aber für leicht über 18 Prozent des Gewinns (auf Stufe Ebit). Im Klartext: Die Swiss sorgt für einen überproportionalen Gewinnanteil (siehe Grafik unten).

Konkret liegt die operative Gewinnmarge bei der Swiss bei rund 11 Prozent. Die Fluglinie Lufthansa kommt bloss auf 9,8 Prozent, Austrian auf weniger als 6 Prozent. Konzern-Sorgenkind Eurowings ist gar defizitär unterwegs.

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Der Aufstieg zur profitabelsten Airline der Lufthansa-Gruppe ist verschiedenen Faktoren zu verdanken. Aviatik-Experte Thomas Frischknecht erachtet den Neustart nach dem Swissair-Grounding als ein Vorteil: «Die Swiss konnte frisch beginnen und Altlasten abwerfen.» So habe sie sich fortan aufs eigene Geschäft konzentriert, ohne auf Tochtergesellschaften wie Gategroup und SR Technics Rücksicht nehmen zu müssen.

Die Schweizer Lufthansa-Tochter profitiert aber auch von ihrer dominanten Stellung am Flughafen Zürich. «Auf vielen Strecken hat die Swiss ein Monopol und erzielt dadurch überdurchschnittlich hohe Erlöse», sagt Frischknecht. Zudem reisen die zahlungskräftigen Schweizer überdurchschnittlich viel – geschäftlich und privat.

Swiss profitiert vom Mutterkonzern

Dass die Swiss – hervorgegangen aus der ehemaligen Crossair – zu einer international profitablen Airlines aufstieg, wäre laut Frischknecht ohne die Lufthansa aber kaum möglich gewesen. «Die Swiss kann sich auf den Mutterkonzern abstützen und kommt so günstiger zu neuen Flugzeugen und an Treibstoff heran», sagt Frischknecht. Besonders zugute kommt der Airline die erneuerte Flotte, dank der sie insgesamt effizienter unterwegs ist.

Ein weiteres Plus: Die Lufthansa-Tochter ist schlanker aufgestellt als die frühere Swissair. «Die Swiss erbringt am Boden die gleiche Leistung wie andere Airlines, aber mit weniger Personal», sagt Frischknecht. Möglich sei das besonders dank der Kooperationen mit Lufthansa.

Die Übernahme durch Lufthansa vor nun 13 Jahren hat sich gelohnt – für beide Seiten.

Swiss_Zimmerli

Die Swiss gibt sich Mühe mit der «Swissness»: Die neuen Pyjamas für die First Class Passagiere kommen vom Schweizer Hersteller Zimmerli.

Quelle: ZVG