Die UBS hat im zweiten Quartal deutlich mehr verdient als im Vorjahr und damit die Erwartungen klar übertroffen. Sie profitierte von den günstigen Marktbedingungen vor allem an den Aktienmärkte und der insgesamt weiter positiven Anlegerstimmung.

Unter dem Strich blieb der grössten Schweizer Bank in der Periode von April bis Juni ein Gewinn von 2,01 Milliarden US-Dollar, was einem Plus von 63 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert entspricht. Vor Steuern erzielte sie einen Gewinn von 2,59 Milliarden Dollar und damit sogar 64 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode, wie es in einer Mitteilung vom Dienstag heisst.

Die Schätzungen von Analysten gemäss AWP-Konsens wurden damit deutlich übertroffen. Das hat unter anderem auch damit zu tun, dass sie für Restrukturierungen lediglich 90 Millionen US-Dollar verbuchte anstelle der angekündigten 300 Millionen. Die UBS hatte zum ersten Quartal ein Kostensenkungsprogramm über 1 Milliarde US-Dollar bekannt gegeben, wobei sie im zweiten Quartal die erwähnten 300 Millionen verbuchen wollte. Mit anderen Worten: sie ist diesbezüglich etwas im Rückstand.

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Deutlich gewachsen

Die Bank ist im zweiten Quartal erneut deutlich gewachsen. So stieg der Geschäftsertrag um 21 Prozent 9,0 Milliarden Dollar, während die Kosten deutlich geringer um 10 Prozent zulegten. Entsprechend verbesserte sich auch das Verhältnis aus Kosten und Erträgen um 4 Prozentpunkte auf 71,8 Prozent.

UBS-CEO Ralph Hamers zeigte sich in der Mitteilung denn auch erfreut: "Wir haben unsere positive Geschäftsdynamik im zweiten Quartal fortgesetzt. Die Geschäftsentwicklung nimmt immer mehr an Fahrt auf und unsere strategischen Entscheide und Initiativen tragen Früchte".

Vermögensverwaltung boomt

Zum guten Ergebnis im zweiten Quartal haben sämtliche Geschäftsbereiche und Regionen beigetragen. Sehr gut lief es etwa im Kerngeschäft, der globalen Vermögensverwaltung (GWM). Hier stieg der Vorsteuergewinn um 47 Prozent auf 1,29 Milliarden Dollar. Die UBS als weltgrösste Vermögensverwaltungs-Bank zog im Berichtsquartal (gebührengenerierende) Neugelder in Höhe von 25,0 Milliarden Dollar an und verwaltete damit zur Jahresmitte 3230 Milliarden an Kundenvermögen im GWM-Bereich bzw. 4485 Milliarden auf Gruppenstufe.

Das Kreditvolumen an Kunden in der Division lag Ende Quartal bei 228 Milliarden, dies bei einer Nettoneukreditvergabe von 7 Milliarden US-Dollar. Die Bank will bekanntlich ihre Kunden dazu bringen, mittels Krediten von der Bank mehr Geschäfte zu tätigen.

Deutlich mehr verdiente die UBS auch in der Schweiz. Im hiesigen Personal & Corporate Banking fiel der Vorsteuergewinn mit 456 Millionen Franken rund doppelt so hoch aus wie im Vorjahr. Die UBS profitierte dabei etwa von der Auflösung von Wertberichtigungen für Kreditrisiken in Höhe von 42 Millionen Franken.

Im entsprechenden Vorjahresquartal hatte die Bank aufgrund des erwarteten Wirtschaftseinbruchs als Folge der Coronapandemie im Schweiz-Geschäft entsprechende Wertberichtigungen von 104 Millionen Franken gebildet. Auf Gruppenebene wurden im abgelaufenen Quartal 80 Millionen US-Dollar an Wertberichtigungen aufgelöst, nachdem in der gleichen Periode im Vorjahr 272 Millionen US-Dollar gebildet worden waren.

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Auch die Investment Bank (+9% auf 668 Mio) und das Asset Management (+62% auf 255 Mio) konnten ihre Vorsteuerergebnisse nochmals steigern. Die Investment Bank profitierte dabei laut eigenen Angaben vor allem von hohen Erträgen im globalen M&A-Geschäft, also dem Geschäft mit Firmenübernahmen und -verkäufen. Dass der Gewinn nicht deutlicher stieg, hat vor allem mit höheren Rückstellungen für Rechtsfälle (65 Mio) und Restrukturierungskosten (33 Mio) zu tun.

Hohe Kapitalisierung

Einmal mehr hat auch die Kapitalisierung deutlich zugenommen. Die harte Kernkapitalquote stieg um 50 Basispunkte auf 14,5 Prozent, die Leverage Ratio um 20 Basispunkte auf 4,09 Prozent. Bei beiden Werten liegt sie damit weit über ihren eigenen Zielwerten.

Entsprechend würden auch die Aktienrückkäufe ab Morgen Mittwoch wieder aufgenommen, hiess es aus dem Management. Im ersten Halbjahr 2021 hat die Bank Aktien im Wert von 1,4 Milliarden zurückgekauft, in laufenden Quartal sollen es 0,6 Milliarden US-Dollar an Rückkäufen werden. Im vergangenen Jahr hatte die Bank wegen Corona ihre Aktienrückkäufe auf Geheiss der Finanzmarktaufsicht Finma bekanntlich stoppen müssen.

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Angesichts der guten Zahlen gibt sich die Bank im Ausblick auf den weiteren Jahresverlauf verhalten optimistisch. Die Erträge dürften im laufenden dritten Quartal von saisonalen Faktoren wie etwa der Sommerferienzeit und damit einer geringeren Kundenaktivität beeinflusst sein. Die höheren Vermögenspreise sollten sich hingegen positiv auf die Gebühreneinnahmen auswirken.

Die von der UBS veröffentlichten Zahlen werden in ersten Analysten-Kommentaren sehr gut aufgenommen. Die UBS-Aktie gewinnt entsprechend vorbörslich 3,1 Prozent.

(awp/tdr)