Eine grosse Rolle spielt das Hedging in der exportabhängigen Maschinenindustrie. Generell werde jedes Geschäft abgesichert, sobald die Order im Haus ist, führt Walter Gogolz, ABB Finanzchef Schweiz, dazu aus. Wie viele Unternehmen hat auch ABB Schweiz den raschen Wertezerfall des Dollar unterschätzt. Genau gleich beim Sulzer-Konzern. «Wir haben zwar einen schwächeren Dollar erwartet. Vom Ausmass und vor allem von der Geschwindigkeit des Kurszerfalls sind aber auch wir überrascht worden», so Sulzer-Sprecher Markus Niederhäuser.

Dass die Währungsabsicherung in Dollar bisher bei Sulzer als auch bei ABB Schweiz dennoch aufgegangen ist, führen beide auf ein natürliches Hedging zurück, was sich zum Beispiel aus der geografischen Diversifikation ergeben habe. So ist etwa bei Sulzer laut eigenen Angaben trotz Dollar-Zerfall unter dem Strich «ein Gewinn im tiefen einstelligen Millionenbereich übrig» geblieben. Langfristig rechnen beide Konzerne wieder mit einem steigenden Dollar. Sulzer erachtet einen Kurs zwischen 1.40 und 1.50 als «korrekt». Sowohl ABB als auch Sulzer schliessen aber eine kurzfristige Kursentwicklung unter dem jetzigen Niveau nicht aus.

Ein aktives Hedging betreiben auch die beiden Schweizer Chemieriesen Ciba SC und Clariant. Letztere sichert ihre Transaktionen zum Beispiel in Tranchen von ein- bis zweistelliger Millionenhöhe ab, über Terminverkäufe der Long-Währung (also US-Dollar), aber auch Optionskontrakte (beispielsweise Kauf von Put-Optionen in der Long-Währung). Auch bei Ciba hat sich diese Strategie im ersten Quartal ausbezahlt. Das zeigt sich daran, dass der Betriebsgewinn in Schweizer Franken um 16% zurückging, der Konzerngewinn jedoch stabil blieb. Mit andern Worten: Bei den Betriebskosten schlägt der Währungseinfluss voll durch. Unter dem Strich, also beim Konzerngewinn, wirkt jedoch das Hedging mildernd. Die für das zweite und dritte Quartal erwarteten Dollar-Transaktionen - je rund 200 Mio Dollar - hat Ciba zu drei Viertel abgesichert, und zwar zum Kurs von 1.35 Fr. Sowohl Ciba wie Clariant behaupten, dank Hedging deutliche Gewinne erzielt zu haben. Der Wahrheit näher kommt wohl die Einschätzung, wonach Hedging die währungsbedingten Verluste verkleinert.

*Überraschte Firmen*

Gemäss den beiden Banken Credit Suisse und ZKB sind einige Exporteure von der starken Dollarabwertung auf dem falschen Fuss erwischt worden. Bei der Grossbank stellt man fest, dass viele Firmen die Kosten einer systematischen Währungsabsicherung scheuen. Vielleicht erklärt das auch, wieso die Nachfrage nach Dollarabsicherung trotz massivem Kurszerfall nicht stark angestiegen ist. Termingeschäfte, bei denen die Exporteure den Devisenbetrag zu einem späteren Zeitpunkt und einem im vornherein festgelegten Preis an die Bank verkaufen, sind immer noch die häufigste Absicherungsmethode. Die Kosten eines Termingeschäfts sind relativ tief (siehe Tabelle). Allerdings entgeht dem Exporteur ein möglicher Kursgewinn, sollte der Dollar wieder zulegen. In diesem Fall ist er mit einer Währungsoption besser bedient. Deren Prämien sind zwar relativ teuer, doch kann ein Unternehmen selbst wählen, ob es die Dollar zu den vereinbarten Konditionen verkaufen will oder nicht. Die Unternehmen setzen viel häufiger Termingeschäfte ein, um sich gegen eine Kursveränderung abzusichern, berichten die beiden Banken. Jürg Nessier, Leiter Kunden-/Banken Sales der ZKB, sagt, den Optionen laste immer noch ein spekulatives Image an.

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